US-Arbeitsmarktbericht – nur scheinbar gut

Der US-Arbeitsmarktbericht für April deckt krasse Unterschiede zwischen den verschiedenen Erhebungs-Methoden auf. Die sogenannte „payroll survey“ meldet 288.000 neue Jobs, die „household survey” zeigt, dass die Zahl der Menschen in Arbeit um 73.000 zurückgegangen ist.

Nach „payroll survey“ gab es den größten monatlichen Zuwachs seit Januar 2012. Die Beschäftigung im non-Farm-Bereich steigt nach diesem Verfahren im April über die Spitze von Januar 2008 und liegt nun um 196.000 darüber. Die Zahl der Arbeitsplätze legte gegenüber April 2013 um 2,17 Millionen zu, bzw. im Durchschnitt um 166.000 pro Monat.

Nach „household survey”: Die Gesamt-Bevölkerung wuchs im zurückliegenden Jahr um 2,26 Millionen, die Zahl derjenigen, die dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen, stieg um 2,2 Millionen, die Zahl der erwerbstätigen Bevölkerung stieg im selben Zeitraum um gut 60.000.

Die im April deutlich angestiegene Zahl derjenigen, die aus der Arbeitsmarktstatistik herausgefallen sind, war hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die offizielle Arbeitslosenquote nach „U-3“ um 0,4% auf 6,3% zurückging.

Die durchschnittliche Zahl der Wochenarbeitsstunden aller privat Beschäftigten blieb gegenüber dem Vormonat flach bei 34,5 Stunden. Der durchschnittliche Stundenlohn aller privat Beschäftigten stieg um 0,03 auf 20,50 Dollar. Beide Werte unterstreichen, dass von der Lohnentwicklung aktuell kein Inflationsimpuls ausgeht.

Die Diskrepanz zwischen der starken Zunahme der Arbeitsplätze nach „payroll survey“ und der Abnahme der Arbeitsplätze nach „household survey” wird zum großen Teil dadurch erklärt, dass letztere die Menschen in Arbeit zählt, und zwar unabhändig davon, wieviele (Teilzeit-)Jobs sie haben. Die „payroll survey“ hingegen zählt die Zahl der Arbeitsplätze, unabhängig davon, wer sie besetzt.

Unter dem Strich ist der US-Arbeitsmarktbericht für April nicht gerade ein Beleg für eine sich deutlich erholende Wirtschaft.

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