PMI-Indices weiter schwach

Trotz eines im Juni schwächeren US-PMI sieht der Fertigungssektor der USA weiterhin besser aus als in nahezu allen anderen Volkswirtschaften rund um den Globus. Das geht hauptsächlich auf die solide Inlandsnachfrage zurück. Für das zweite Halbjahr rechnen einige Beobachter damit, dass die Ausfuhren wieder anziehen, wenn die Erwartungen an die Umsetzung der Ergebnisse des jüngsten EU-Gipfels nicht enttäuscht werden.

Die Industrie der Eurozone verzeichnete im Juni im elften Monat in Folge Wachstumseinbußen. Gravierende Produktions- und Auftragsrückgänge zogen den stärksten Jobabbau seit Januar 2010 nach sich, schreibt Markit. Der finale Markit Eurozone Einkaufsmanager Index (EMI) notiert mit 45,1 unverändert auf dem Niveau des Vormonats. Der Sektor schrumpft weiter mit der höchsten Rate seit knapp drei Jahren. Der Indexdurchschnitt für das zweite Quartal 2012 fällt mit 45,4 so schlecht aus wie im zweiten Quartal 2009.

Die Talfahrt hat sich in Italien und Spanien beschleunigt, während sich der Abwärtstrend in Frankreich und in den Niederlanden jeweils leicht abschwächte. Der österreichische PMI hielt sich knapp über der neutralen Wachstumsmarke von 50 Punkten, die Industrie Irlands expandierte so stark wie zuletzt vor 14 Monaten.

Die deutsche Industrie schrumpfte im Juni nicht nur den vierten Monat in Folge, die Wachstumseinbußen fielen sogar noch etwas stärker aus als im Mai. Der finale Markit/BME Einkaufsmanager Index gab um 0,2 auf 45,0 nach und erreichte den tiefsten Wert seit drei Jahren. Seit dem Jahreswechsel 2008/2009 hatte der Index nicht mehr so lange unter der neutralen Wachstumsmarke von 50 Punkten notiert.

Der von der Großbank HSBC erhobene China-Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel bei der zweiten Veröffentlichung auf einen Stand von 48,2 und lag damit um 0,2 Punkte unter dem Niveau des Vormonats. Das ist der achte Monat in Folge mit einem Rückgang. Output, neue Aufträge und Beschäftigung nahmen weiter ab. Der Mittelwert für das zweite Quartal liegt so tief wie seit dem ersten Quartal 2009 nicht mehr.

Markit kommentiert: Die externe Nachfrage schwächt sich ab, die inländische zeigt keine nennenswerte Belebung. Mit weiterer Abschwächung ist zu rechnen. Da aber die Inflation scharf nachlässt, bleibt viel Raum für die chinesische Regierung, mittels geldpolitischen Erleichterungen und anderen Anreizen in den nächsten Monaten eine harte Landung zu vermeiden.

Charts von Markit

Der viel beachtete ISM-Index der USA fällt im Juni auf 49,7 und damit knapp unter die neutrale Schwelle bei 50. Im Vormonat hatte der Index bei 53,5 notiert, erwartet wurde ein Stand von 52 Punkten.

Der Sub-Index der Preise sehr schwach: Nach 47,5 im Mai jetzt 37 Punkte. Erwartet wurde ein Stand von 45,8.

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