Fed: „Tapering lite“

Die Fed will von Januar an nur noch Anleihen im Gesamtvolumen von 75 Mrd. Dollar im Monat zu kaufen, bis jetzt waren es 10 Mrd. Dollar mehr. Das hat das FOMC-Komitee der Fed gestern beschlossen. Zur Begründung wurde auf verbesserte Wirtschaftsdaten verwiesen, die Erholung erscheint nun robuster.

Als mildernden Umschlag für das „Tapering lite“ wird signalisiert, dass die Zinsen bis weit über den Zeitpunkt hinaus nahe Null bleiben sollen, zu dem die Arbeitslosenquote 6,5% erreicht. Eine erste Zinserhöhung wird von den FOMC-Mitgliedern mehrheitlich frühestens 2015 erwartet.

Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 7%, sie könnte nach den aktuellen Projektionen der Fed schon 2014 unter 6,5% sinken. Zum Makrooptimismus trug bei, dass einige Stunden zuvor ein überraschend kräftiger Anstieg der Hausbaubeginne im November um fast 30% im Jahresvergleich signalisiert, dass sich die Lage am Immobilienmarkt weiter verbessert. Der Aktienindex der Hausbauer HGX stieg um 3,7%.

Noch-Fed-Chef Bernanke äußerte die Erwartung, dass die Fed die Anleihekäufe gegen Jahresende 2014 einstellen wird. Es gebe aber keinen vorbestimmten Kurs, der weitere Gang der Dinge sei von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Unter bestimmten Umständen sei auch eine erneute Ausweitung der Anleihekäufe denkbar.

Nachdem der FOMC-Ausschuss im Oktober noch vor Abwärtsrisiken gewarnt hatte, werden die Risiken für Ausblick und Arbeitsmarkt jetzt fast ausgeglichen eingeschätzt. Das Wachstum der Wirtschaft soll im kommenden Jahr auf rund 3% kommen, für 2015 werden plus 3,2% erwartet.

Der von der Fed besonders beachtete Kern-Preisindex der Konsumausgaben (PCEPILFE) lag zuletzt 1,1% über dem Vorjahresstand. Gemäß der Fed-Projektionen soll diese Rate 2014 auf rund 1,5% und in 2015 auf knapp 2% ansteigen. Die Fed werde die Zinsen nicht anheben, so lange sich die Inflation nicht dem mittelfristigen Zielwert von 2% annähert, betonte Bernanke.

Die Trendauswertung des Index sieht die Entwicklung seit März 2013 unter dem mittelfristigen Trend. Ein ähnliches, auf schwache Inflationsneigung hindeutendes Bild zeigen auch die Preisindices PPI für die Produzentenpreise und CPI für den Konsumsektor.

Der Leitzins liegt seit Dezember 2008 zwischen 0 und 0,25%. Die Fed hat in drei QE-Programmen langfristige Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Anleihen gekauft und ihre Bilanz so auf mittlerweile fast 4 Bill. Dollar verlängert. Vor Beginn des dritten QE-Programms lag die Bilanzsumme bei 2,8 Bill. Dollar. Die quantitative Lockerung hatte es nach einigen Studien zwischen 2009 und 2011 noch vermocht, die Langfristzinsen deutlich unter Druck zu bringen. Der Effekt ließ dann aber trotz Ausweitung der QE-Aktivitäten nach.

Die nächste Sitzung des FOMC-Ausschusses findet Ende Januar 2014 letztmalig unter der Leitung von Bernanke statt, dann übernimmt Janet Yellen sein Amt.

S&P 500 und der Dow Jones Index stiegen nach Bekanntgabe der Fed-Entscheidung auf neue Allzeithochs. Auch der Dollar-Index legte deutlich zu, gegenüber dem Yen stieg der Greenback zeitweilig auf über 104, so hoch wie zuletzt im Oktober 2008. Der Gold-Preis gab im Zuge der Veröffentlichung der FOMC-Entscheidung von 1240 auf 1220 Dollar ab und zeigt zur Stunde weitere Schwäche Richtung 1200, einem Niveau, das Ende Juni den Verfall des Goldpreises gestoppt hatte. Von da aus war seinerzeit eine Gegenbewegung gestartet, die bis 1420 Dollar per Ende August ging.

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