Euro, Dollar, Gold, S&P 500

Heute einmal wieder ein Blick auf die Entwicklung von einigen bedeutenden Basiswerten der Finanzmärkte. Wir legen langfristige Charts auf Basis von Wochenschlusskursen zugrunde.

Euro gegen Dollar wird zunehmend zwischen zwei Linien „eingeklemmt“, die eine kommt vom Hoch im Juli 2008, die andere lässt sich bis ins Jahr 2001 zurückverfolgen. Das Währungspaar notiert in der unteren Hälfte einer Seitwärtsspanne zwischen 1,4810 und 1,1920, in deren Rahmen sich die Korrektur der starken Aufwärtsbewegung zwischen 2001 und Mitte 2008 abspielt. Euro/Dollar dürfte zunächst die Mitte dieser Spanne bei 1,3370 anpeilen. Auf dem Weg dahin muss allerdings eine Abwärtslinie aus Mai 2011 überwunden werden. Das Aufeinandertreffen dürfte im Bereich 1,3150 bis 1,3200 zu erwarten sein. Ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass der Wert nachhaltig darüber steigen kann. Im weiteren Verlauf dürfte sich Euro/Dollar dann wieder Richtung Unterseite der Spanne orientieren.

Der Dollar-Index ist zuletzt über eine Abwärtslinie aus 2002 ausgetreten und notiert in der Mitte seiner Spanne zwischen 88,2 und 72,1, in der übergeordnet die Korrektur des langjährigen Abfalls bis zum Tief im Juli 2008 abläuft. So lange die graue innere Trendlinie respektiert wird, dürfte der Dollar-Index sich in der oberen Hälfte seiner Spanne behaupten. Wenn (weniger wahrscheinlich) nicht, kämen die im Mai bis September 2011 markierten Tiefs bei rund 73,5 wieder ins Visier.

Die beiden bevorzugten Szenarien passen mittelfristig zusammen. Der Euro ist mit rund 57% im Dollar-Index vertreten und wenn man davon ausgeht, dass die anderen fünf „Eier“ im Korb (Yen, Pfund, kanadischer Dollar, schwedische Krone und Schweizer Franken) sich nicht völlig konträr entwickeln, sollte gelten: Schwacher Euro, starker Dollar-Index (und umgekehrt).

Der Euro-Raum ist ganz besonders darauf angewiesen, dass seine Währung schwächelt, weil so die PIIGS-Länder darauf hoffen können, über eine bessere Stellung ihrer Produkte am Weltmarkt verdienen und damit die Krisenfolgen abmildern zu können. Der Dollar-Index erfährt gegenwärtig mit dem Gegacker zur „fiscal cliff“ per „safe haven“-Reflex etwas Stärke. Ein übermäßig starker Dollar liegt jedoch auch nicht im US-Interesse und so wird sich die Entwicklung der beiden Währungen in den nächsten Monaten eher in kleinen volatilen Schüben präsentieren.

Gold hat bisher allen Versuchungen widerstanden, die im Spätsommer 2011 geplatzte Blasenbewegung mit einer scharfen Abwärtsbewegung zu korrigieren. Die Seitwärtskorrektur läuft in den Grenzen 1800 und 1550 ab. Vor einigen Wochen wurde die Mitte auf ihren Bestand bei 1675 (Wochenkursbasis) getestet, der Kurs hält sich aktuell in der oberen Hälfte auf, unterstützt von einer Aufwärtslinie aus Juli, die zusammen mit der Obergrenze der Spanne ein Aufwärtsdreieck bildet. Der Goldpreis dürfte weiter nach oben laufen. Am Pegel von 1800 wird es dann spannend: Kann die Korrekturspanne nach oben aufgelöst werden, steht ein Kursziel von 2050 auf der Agenda.

Der S&P 500 bewegt sich im Wochenchart in einer Bärkeil-artigen Formation, die bis Mai 2011 zurückreicht; ihre untere Begrenzungslinie kann bis zum Tief aus März 2009 verlängert werden. Erstes Ziel dürfte der Pegel 1426 sein, danach der Bereich von 1460, dem zuletzt markierten Hoch. Möglicherweise leitet die Obergrenze des „Keils“ den Kurs noch etwas höher. Ein Ausbruch ist aus heutiger Sicht aber unwahrscheinlich, die dann folgende Abwärtsbewegung dürfte zum Bruch der unteren Grenze der Formation führen und den Pegel bei rund 1100 anpeilen. Der Weg des S&P 500 kann als beispielhaft für die Entwicklung der Aktienkurse zumindest in den entwickelten Ländern genommen werden.

Der Prognosechart der TimePatternAnalysis zeigt die vermutete Entwicklung bis zum Jahresende.

Die ersten vier Charts von Incrediblecharts

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