Was Ihr wollt – Worte zur Griechenlandkrise

George Soros, Großinvestor und Präsident von Soros Fund Management : „Seien wir mal ehrlich: Wir stehen am Rand des Zusammenbruchs, der – sagen wir mal – mit Griechenland anfängt, aber sich leicht ausweiten kann.“
Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank: „Ein Schuldenerlass führt zu falschen Anreizen. […] Wer dies fordert, verkennt, dass Griechenland mit seinen Problemen nicht allein ist. Dann sagen andere Länder: ich auch. […] Es ist noch viel Arbeit notwendig. Wir brauchen alle Investoren im Boot.“
Jens Weidmann, Bundesbankpräsident: „Auch in diesem Fall [die Zahlungsfähigkeit Griechenlands, Anm. der Redaktion] werde der Euro stabil bleiben.“
Jim O’Neill, Chef von Goldman Sachs Asset Management: „Griechenland ist nicht das einzige Land mit Problemen. Neben Irland und Portugal gibt es da noch Spanien mit seinen Immobilienschwierigkeiten und allem was dazu gehört. Und im Hintergrund lauert Italien, dessen Verschuldung mit 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes groß genug ist um wichtige globale Probleme verursachen, wenn es in diese Situation verwickelt werden sollte.“
Jürgen Stark, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank: „Solidarität darf nicht in der Weise missverstanden werden, dass die europäischen Partner und die internationale Gemeinschaft keine andere Wahl hätten, als die Finanzierung fortzusetzen. Niemand ist erpressbar und niemand darf erpressbar sein. […] Das Schicksal des Euro hängt nicht an Griechenland.“
Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pacific Investment Management Co (Pimco): „Griechenland hat zu viele Schulden und kann nicht wachsen, solange diese Probleme nicht gelöst sind. […] Das Land wird um eine Umschuldung nicht herumkommen.“
Wen Jiabao, chinesischer Ministerpräsident: „Wir habe Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Europas und sehen uns als langfristigen Investor in Staatsschulden.“
Axel Weber, Ex-Chef der Bundesbank: „Ab einem bestimmten Punkt muss man seine Verluste einschränken und das System neu starten.“
Horst Köhler, ehemaliger Bundespräsident und einst Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF): „Die Euro-Gruppe und das ganze europäische Projekt stehen wegen gravierender politischer Versäumnisse in der Vergangenheit vor einer nie dagewesenen Zerreißprobe.“
Warren Buffett, Investmentlegende: „Ein Kollaps des Euro ist nicht undenkbar.“
Nicolas Sarkozy, französischer Präsident (keine Legende – Anmerkung des Verfassers): „Man kann ein Land der Eurozone nicht untergehen lassen. Ansonsten hätte es keinen Sinn gehabt, den Euro einzuführen.“
Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung: „Also das Geld ist verloren. Die Griechen können ja jetzt schon nicht zurückzahlen. Griechenland war im Grunde schon vor einem Jahr pleite.“
Mario Draghi, designierter EZB-Präsident und Chef der italienischen Zentralbank: „Der Euro ist eine glaubwürdige und harte Währung. Diese Krise ist ein wirklicher Test für die Stabilität der europäischen Institutionen“.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin: „Wenn der Euro als Ganzes in Gefahr ist, ist es das deutsche Interesse zu helfen, um den wirtschaftlichen Aufschwung nicht zu gefährden.“
Jörg Asmussen, Finanzstaatssekretär: „Die hohe Verschuldung, der wir uns in einigen Ländern der Eurozone gegenübersehen, ist sicher eine kurzfristige Reaktion auf die Banken, Finanz- und Wirtschaftskrise, aber sie ist … die langfristige Konsequenz einer falschen Haushalts- und Wirtschaftspolitik.“
Barack Obama, US-Präsident: „Eine Spirale der Zahlungsunfähigkeit wäre eine Katastrophe.“
Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister: „Wir stehen vor dem realen Risiko der ersten ungeordneten Staatsinsolvenz innerhalb der Eurozone.“
Jean-Claude Juncker, luxemburgischer Premier und Eurogruppenchef: „Es wird keine vollständige Umschuldung Griechenlands geben. Auch der Austritt Griechenlands aus der Eurozone ist niemals ein Thema gewesen“.
Jim Rogers, Börsenexperte: „Lasst Griechenland pleitegehen!“
Nouriel Roubini, US-Ökonom und einstige Regierungsberater: „Nach meiner Ansicht ist eine Restrukturierung der griechischen Schulden nötig und auch unvermeidbar.“
Kenneth Rogoff, Harvard-Professor und ehemaliger Chefökonom des IWF: „Die EU schiebt das Schuldenproblem nicht nur vor sich her, sondern wie einen Schneeball den Berg hinunter.“

Die Zitate stammen von der Web-Seite des Handelsblatts . Dort gibt es auch die Bilder zu den Köpfen.

Das Schlusswort bleibt einem Griechen vorbehalten:

Yanis Varoufakis, Volkswirt an der Universität Athen: „Wenn man zahlungsunfähig ist, dann löst man dieses Problem nicht mit neuen und noch höheren Schulden.“

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