2014: Die Stimmung steigt

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Dezember um 7,4 Punkte angestiegen. Der Indikator steht nun bei 62,0 Punkten, seinem höchsten Stand seit April 2006. Sein Allzeithoch hat der Indikator Anfang 2000 mit fast 90 Punkten markiert. Der langfristige Mittelwert liegt bei 24,2 Punkten. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich ebenfalls verbessert, der entsprechende Indikator steigt um 3,7 auf 32,4 Punkte.

„Die Finanzmarktexperten sehen dem Jahr 2014 mit Optimismus entgegen. Trotz der zuletzt eher enttäuschenden Wirtschaftszahlen wird für das kommende Jahr mit einer weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Eurozone gerechnet“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Dr. Fuest.

Die genannten 62 Punkte kommen so zustande: Gut 65% der Befragten erwarten eine weitere Verbesserung der Lage, 3,2% Prozent eine Verschlechterung, fast 32% sind neutral.

Das ifo Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im Dezember abermals verbessert und erreicht jetzt wieder das Niveau von Anfang 2012. Die Unternehmen bewerten zwar ihre aktuelle Geschäftslage etwas weniger gut, blicken jedoch erneut wesentlich optimistischer auf den weiteren Geschäftsverlauf.

Die ifo Konjunkturprognose sieht denn auch für 2014 das reale deutsche BIP im Jahresdurchschnitt um 1,9 % zunehmen. Die Einkommensperspektiven der privaten Haushalte sind gut. Vor diesem Hintergrund wird die konjunkturelle Expansion voraussichtlich von der Binnenwirtschaft getragen.

Das Tempo der weltwirtschaftlichen Expansion hat sich im Sommer leicht beschleunigt, heißt es weiter. Dabei waren die Industrieländer erstmals seit vier Jahren die treibende Kraft. In Europa war die Fiskalpolitik nicht mehr so restriktiv ausgerichtet, die Unsicherheit über den Fortbestand des Währungsraumes ging etwas zurück. Die Wirtschaft des Euroraums hat sich im Sommerhalbjahr aus der Rezession gelöst, auch weil die EZB seit September 2012 in Form ihres OMT-Programms eine kostenlose Versicherungsleistung für die Staatspapiere der Krisenländer anbietet, heißt es.

Gleichzeitig ist die Wirtschaft der Währungsunion nach wie vor in einer äußerst schlechten Verfassung, durch eine stark ausgeprägte Heterogenität zwischen den einzelnen Mitgliedsländern gekennzeichnet und vielerorts weiterhin fragil und für krisenhafte Verwerfungen anfällig. Mehrere Volkswirtschaften weisen enorme, zumeist in der Dekade vor der Krise entstandene, private und/oder öffentliche Schuldenstände auf. In den Krisenländern Spanien, Portugal, Griechenland und Italien ist der steile Aufwärtstrend bei den von einem Zahlungsausfall gefährdeten Krediten nach wie vor ungebrochen.

Alles in allem dürfte das BIP der Eurozone 2013 voraussichtlich um
0,5% zurückgegangen sein und 2014 um 0,7% zulegen. Dabei wird die Produktion in
den Krisenländern nur geringfügig zunehmen (Spanien, Portugal) oder weiter schrumpfen (Italien, Griechenland, Zypern). Stabiler aufgestellte Volkswirtschaften wie Deutschland und Österreich werden hingegen einen Aufschwung erleben. Für die unter massiven Wettbewerbsproblemen leidende französische Wirtschaft erwartet das ifo Institut keinen Aufschwung.

Da keine durchgreifende Erholung in den Krisenländern in Sicht ist, dürfte die Arbeitslosenquote, bei erheblichen regionalen Unterschieden, auf 12,2% steigen. Die hohe Unterbeschäftigung wird die Teuerungsrate weiter dämpfen, sie dürfte in diesem Jahr auf 1,4% zurückgehen und sich im nächsten Jahr auf 1,1% weiter abschwächen, heißt es beim ifo Institut.

[Nach Pressemitteilungen des ZEW und des ifo Instituts]

Der ZEW-Index zeigt einen recht stark ausgeprägten Optimismus. Das dürfte eher als Kontraindikator für die Entwicklung der Aktienkurse zu sehen sein.

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