Märkte und Werkzeuge

Finanzmärkte sind dynamische Systeme, das Handeln an ihnen lässt sich hinsichtlich Komplexität, permanenter Unsicherheit und widersprüchlichen Aspekten durchaus mit militärischen Aktivitäten vergleichen. Der beste Plan kann durch unerwartete Ereignisse zunichte gemacht werden. Es geht darum, Szenarien mit günstiger Eintrittswahrscheinlichkeit herauszufinden und gleichzeitig geeignete Maßnahmen zur Risikobegrenzung zu ergreifen.

Charts: Alles eingepreist?
Oft heißt es bei technischen Analysten, der Chart spiegele alle Einflüsse auf den Preis eines Assets vollständig wider. Das mag sein, die Frage ist nur, in welchem Zeitraum das geschieht. Der Markt unterliegt massenpsychologischen Einflüssen, normalerweile reagieren die Akteure mit Zeitverzögerung und allmählich. Sie reagieren auch ungerne alleine auf sich gestellt, beobachten die Reaktionen anderer Marktteilnehmer, agieren gemeinsam in der Herde. Emotionen führen zu Überreaktionen, die Preise passen sich in der Regel in einem Auf und Ab, einem zyklischen Anpassungsprozess, an neue Erkenntnisse und Umstände an.

Technische Indikatoren
Indikatoren filtern Informationen heraus, die in den Charts enthalten sind. Sie betonen bestimmte Eigenschaften der Zeitreihe und unterdrücken andere. Die Vollständigkeit der im Chart enthaltenen Informationen wird aufgegeben, ein Indikator konzentriert sie im Extrem auf eine Ja-Nein-Aussage. Indikatoren sollten zur Vorsortierung eingesetzt werden, um den Fokus auf bestimmte Assets und bestimmte Konstellationen zu lenken. Sie können eine detallierte Auswertung nicht ersetzen.

Makroökonomisches Umfeld
Die Analyse des Marktumfeldes erlaubt es, breite Marktbewegungen vorwegzunehmen. Entscheidend sind dabei insbesondere Angebot und Nachfrage von Geld (“Liquidität”). Ist die Geldversorgung knapp, kommen Asset-Preise eher unter Druck. Umgekehrt lässt Geldflut die Preise eher steigen. Monetärer Überfluss kann lange Zeit verhindern, dass auf ein ungünstiges makroökonomisches Umfeld entsprechend reagiert wird. Er ist häufig Ursache für Kursentwicklungen, die immer mehr einem geradenförmigen Verlauf ähneln (“Liquiditäts-Run”).

Wahrscheinlichkeiten
Beim Abschätzen künftiger Marktbewegungen geht es immer nur um Wahrscheinlichkeiten, und hierbei nicht um exakte Prozentwerte, sondern eher um eine grobe Klassifizierung. Fixierungen auf ein bestimmtes Szenario können dazu führen, dass andersläufige Entwicklungen nicht oder zu spät gesehen werden.

Zeithorizont
Analysen sollten immer auch den Zeithorizont beachten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines bestimmten Szenarios kann in einem Zeitfenster hoch, in anderen aber unbestimmt sein. Wenn sie in allen Zeitfenstern hoch ist, liefert das die besten Voraussetzungen für einen Erfolg einer entsprechenden Aktivität.
Unter “kurzfristig” wird hier ein Zeitraum von bis zu vier Wochen verstanden, “mittelfristig” überdeckt einen von vier bis 52 Wochen, “langfristig” bezieht sich auf einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren.
Je kürzer das zu betrachtende Zeitfenster ist, je eher dürften technische Faktoren eine Rolle spielen. Im langfristigen Bereich haben strukturelle Faktoren den größten Einfluss. Zyklische Faktoren wirken auf allen Zeitebenen.

Werkzeuge der Chartanalyse
Wichtige Elemente der traditionellen Chartanalyse sind:

  • Trendkanäle
  • Gleitende Durchschnitte
  • Widerstands- und Unterstützungs-Pegel
  • Gaps
  • Chart-Formationen
  • Candlesticks
  • Beziehungen zwischen Preis- und Volumenverläufen

Weiterführend siehe hier!

Andere Werkzeuge
Börsentäglich werden wichtige Merkmale von Kurs und Volumenverläufen des S&P 500, sowie Sentimentdaten mittels eigenentwickelter Indikatoren untersucht und die kurzfristige Zinsstrukur analysiert (weiterführend siehe hier!).

Höher entwickelte Werkzeuge
Die TimePatternAnalysis umfasst u.a. ein fraktales Diagnose-Modul, mit dessen Hilfe linear getriebene von zyklischen Phasen abgegrenzt werden, sowie die kurzfristige Ausrichtung ermittelt wird. Zum anderen wird die Zyklusstruktur eines Kursverlaufs analysiert und in die Zukunft fortgeschrieben. Auf dieser Grundlage werden automatisierte Kursprognosen erstellt (weiterführend siehe hier!).