China, Lockdowns und das World Economic Forum

Aya Velázquez hat in „CHINA UND DER GREAT RESET“ eine interessante These aufgestellt: Mächtige westliche Kreise nehmen sich das autoritäre Staatssystem Chinas zum Vorbild und wollen es hier bei uns etablieren. (h/t KH)

Die Autorin legt dar, dass die Kommunistische Partei Chinas die großte Internet-Troll-Armee der Welt unterhält, die mit der gezielten Manipulationen von Social-Media-Plattformen im In- und Ausland beschäftigt ist. Aktuell ist es ihre Hauptaufgabe, zu propagieren, China habe als einziges Land der Welt die Pandemie perfekt bewältigt.

Den Zweck solchen Tuns sieht die Autorin darin, dass andere Lander durch langandauernde Lockdowns ihre Volkswirtschaften an die Wand fahren, woraufhin China dann dort Produkte, Betriebe, Branchen und ganze Infrastrukturen aufkaufen kann – eine Eroberung ohne Blutvergießen. Mitte November 2020 befanden sich die meisten Lander der Erde nach monatelangen Lockdowns tief in der Rezession, wahrend sich China eines Wachstums von fast fünf Prozent erfreute.

Die WHO agiert in der Corona-Krise wie eine Art Schatten-Weltregierung und Instrument der Lockdown-Apologeten. Der diktaturerprobte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus verdankt seinen Posten als WHO-Direktor dem Stimmgewicht Chinas in der WHO, so die Autorin (siehe auch hier!). Und zitiert den WHO-Chef: „In vielerlei Hinsicht setzt China tatsachlich einen neuen Standard für die Reaktion auf Ausbrüche. Das ist keine Übertreibung.“ Aber Gratis-Propaganda für China.

Im Westen gibt es viele Freunde Chinas. Einer der machtigsten ist Klaus Schwab, seit fünf Jahrzehnten Vorsitzender und Gründer des alljährlichen „World Economic Forum“ (WEF) in Davos. Schwab ist bekennender Transhumanist und China-Fan. Er sieht China technologisch auf einem sehr guten Weg, entscheidend sei nun die flächendeckende Akzeptanz und Anwendung dieser neuen Technologien auch im Westen, wie etwa der Drohnentechnik. Wie die Autorin weiter schreibt, will er zudem eine Abkehr vom Neoliberalismus, hin zu einer Art kommunistischem Supernanny-Staat mit einem grünen Mantelchen als Köder für Gutmenschen, mit gläsernen, unfreien und durch digitale Zerstreuung eingelullten Bürgern.

Die Autorin fährt fort: Schwab stellt in seinem jüngsten Buch „Covid 19 – The Great Reset“ die Corona-Krise als eine nie dagewesene Chance zu einer völligen Umstrukturierung der Weltwirtschaft und aller Aspekte des gesellschaftlichen Miteinanders dar (siehe auch hier!). Darin propagiert er Künstliche Intelligenz als die nächste Evolutionsstufe des Bewusstseins, der ordinäre Mensch mit seinen Schwächen und Leidenschaften sei eine Art ein „Auslaufmodell“.

Schwab sieht Corona als Katalysator, als globales Schock-Ereignis für eine digitale Transformation der gesamten Gesellschaft. Interessanterweise weiß er sehr genau, dass Corona eine der mildesten Pandemien der letzten 2000 Jahre ist. Er ist sich sicher: „Viele von uns überlegen, wann sich die Dinge wieder normalisieren werden. Die kurze Antwort lautet: Niemals.“ Und weiter: „Unsere möglicherweise anhaltende Angst, mit einem Virus (COVID-19 oder einem anderen) infiziert zu werden, wird daher den unerbittlichen Marsch der Automatisierung beschleunigen, insbesondere in den Bereichen, die am Anfälligsten für Automatisierung sind.“

Er träumt von einer vollkommen sicheren Welt dank totaler Überwachung. „Eine Welt voller Drohnen bietet eine Welt voller Möglichkeiten,“ so Schwab. Menschen geraten in einem solchen Weltbild zu einer gesichtslosen Verwaltungsmasse. Er träumt diesen Traum nicht alleine.

Der Einfluss Chinas ist überall: Im März wurde auf Geheiß von Bundesinnenminister Seehofer ein 17-seitiges Dokument erstellt. Unter den Autoren des bald als „Panikpapier“ bezeichneten Papiers war kein Epidemiologe oder Virologe, dafür aber in der Mehrzahl Ökonomen (das Papier kann hier heruntergeladen werden – zu den Autoren siehe unten!). Und: Zwei China-Kenner waren auch dabei. Da wurden Lockdowns empfohlen, einige Tage nach Fertigstellung des Machwerks kam es auch dazu. Anfang März hatte die Ferguson-Studie diese als wirksames Mittel zu Eindämmung der Pandemie „bewiesen“ (siehe etwa hier!). Ferguson gehört zum Imperial College of London, das sich schon 2015 als „Chinas besten akademischen Partner im Westen“ bezeichnete, so Velázquez.

Und weiter: Die Globalisten rund um das WEF planen unter dem Framing „Great Reset“ den Umbau der Weltwirtschaft hin zu in einem planwirtschaftlich-digitalen Überwachungsstaat. Als unauffälliges Übergangsinstrument dient die WHO, die Chinas Lockdown-Propaganda als wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis verkauft und die Länder schwächt, die ihn anwenden. Dieser Prozess in Richtung eines „Neuen Normals“ mit totalitär-faschistischen Zügen gleicht alle Länder China immer mehr an.

Die Autorin schließt mit dem Satz: „So sehr mächtige Männer uns auch einreden wollen, ihre freudlosen, totalitären Weltentwürfe seien alternativlos – letztendlich sind es doch nur alte Männer mit einem ausgeprägten Grandiositätsbedürfnis – und einer faschistischen Ideologie im Gepäck. Geben wir ihnen keine Chance.“

So sehr ich die Argumentation der Autorin folgen kann, was die Absichten und Aktivitäten Chinas angeht, so fehlt mir doch ein wenig der Blick hinter die Fülle an Details, die sie bringt. In ihrem Schlusswort kommt für mich zum Ausdruck, Schwab & Co seien alles alte Spinner. Gefährlich schon, aber eben alt.

Fragen bleiben: Wem nutzen solche Damen und Herren mit ihrem Denken und Tun konkret, geht es „nur“ um eine Rivalität von Ländern und den chinesischen Herrschaftsanspruch? Was ist die treibende Kraft hinter solchen Rivalitäten?

Ich komme darauf zurück – siehe „Cui bono?“ .

Ergänzung:
Als Autoren des von Staatssekretär Kerber (BMI) am 19.03.2020 bestellten „Panik-Papiers“ waren beteiligt: Prof. Boris Augurszky (Volkswirtschaft, Mathematik), Dr. Hubertus Bardt (Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft), Prof. Dr. Heinz Bude (Soziologie), Roland Döhm (Volkswirtschaft), Prof. Dr. Michael Hüther (Wirtschaftswissenschaft), Otto Köbl (Germanistik, Softwareentwicklung), Prof. Dr. Maximilian Mayer (Internationale Beziehungen), Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph M. Schmidt (Wirtschaftswissenschaft). Mithin war kein Virologe oder Epidemiologe dabei. Das VS-Papier sollte die Begründung für “Massnahmen präventiver und restriktiver Natur” für die Regierung liefern. Die genannten Wissenschaftler lieferten konkrete Vorschläge, wie sich “Angst und Folgebereitschaft in der Bevölkerung” bewerkstelligen lassen. Das RKI rechnete seinerzeit mit einer Letalität von 0,56%, dem BMI war das zu wenig, auf dessen Geheiss wurde mit einem Wert von 1,2% gearbeitet.

Nachtrag:
(22.2.21) Zu besagtem Papier (Quelle hier) und den fragwürdigen Umständen seines Zustandekommens siehe „Bestellte Wissenschaft – Einige Fragen

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