Gegen Halbwahrheiten Grips einschalten!

Prof. Dr. Dr. Walach lehrt an der Medizinischen Universität Poznan, Polen, und ist Gastprofessor an der Universität Witten-Herdecke. Nachfolgend gebe ich eine Zusammenfassung eines Interviews.

Er sagt, aufgrund von Halbwahrheiten haben die Regierungen einschneidende und unverhältnismäßige Maßnahmen getroffen. Bedenklich, dass nicht mal annähernd eine Gegenposition in den Medien aufgestellt wird. Verblüffend, wie wenig intellektueller Widerstand sich gegen die Einheitsmeinung auftut.

Die Zahl der auf Corona zurückgehenden Erkrankungen ist relativ gering, sagt Walach. Das RKI nimmt fälschlicherweise an, dass jeder Infizierte auch zu einem Kranken wird. Corona wird als einziger großer Killer dargestellt. Es wird immer nur mit absoluten Zahlen herumgeworfen. Es gibt bisher keine systematischen Tests der Verbreitung der Infektionen und auch keine solchen Tests hinsichtlich der Entwicklung der Immunisierung.

Jedes Jahr rollen Grippewellen über uns hinweg, aber von den Grippetoten wird in den Nachrichten nie gesprochen. Hat es je bei ungleich schwerwiegenderen Grippewellen Ausgangssperren gegeben? Ein einfacher Vergleich zeigt, wie die Corona-Welle hier einzuordnen ist. Im folgenden Chart ist der Verlauf der akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE – Pharyngitis, Bronchitis oder Pneumonie mit oder ohne Fieber) für die Jahre 2016/2017, 2017/2018, 2018/2019 und 2019/2020 senkrecht aufgetragen über der Zahl der Kalenderwochen. Die Zahlen für Corona (rote Kurve) wurden mit zehn skaliert, um sie in dem Schaubild überhaupt sehen zu können (Chartquelle).

Walach sieht im Geschehen auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ einen guten Beleg dafür, wie vergleichsweise gering gefährlich COVID-19 ist (siehe auch die Ergänzung unten!).

Er hält Hygieneregeln sinnvoll, wie bei jeder stärkeren Grippewelle auch, es ist aber Unsinn, Restaurants und Geschäfte zuzusperren. Ein gutes Beispiel gebe etwa Schweden ab: Alte und Multimorbide würden besonders geschützt, aber sonst gebe es nur recht wenig Einschränkungen im öffentlichen Leben.

Gesellschaftlich-medizinisch hat man sich in das Narrativ vom „Krieg“ gegen Corona hineingesteigert. Autoritäre Politiker wittern ihre Chance. Allgegenwärtig wird Panik und Angst spürbar. Statt Kampf gegen einen vermeintlichen, unsichtbaren Feind und Isolation wäre sozialer Zusammenhalt und Unterstützung von Immunität wichtig, die Unterstützung zur Selbstheilung.

Walach rät, mental offen zu bleiben, nicht in Informationsblasen zu verharren. Man soll seinen Grips einschalten beim Umgang mit Informationen. Und er bezieht sich auf Harari, der im Unterschied zu früheren Formen der Zensur mit ihrem Abschneiden von Informationen das Mittel der postmodernen Zensur in einem Überfluten mit Information sieht (zu Harari siehe auch hier!).

Die momentane „Gleichschaltung“ der medizinischen Wissenschaft hinsichtlich Corona sieht Walach als vorübergehende Erscheinung. Denn Wissenschaft sei ein Prozess, in dem sich die menschliche Erkenntnisfähigkeit selbst organisierend weiterentwickelt.

Die politischen Instanzen finden zwar kurzfristig besondere Zustimmung, aber langfristig wird ihre Glaubwürdigkeit leiden, wenn sich nach und nach die Erkenntnis durchsetzt, wie unverhältnismäßig sie auf Basis von Halbwahrheiten agiert haben, so Walach.

Gutes Zitat aus einer Veröffentlichung von Walach: „Diese soziale Verfasstheit von Wissenschaft ist auch ein Trost, finde ich. Denn schlampiges Denken, falsche Daten, schlechte Interpretation von Fakten wird irgendwann einmal ruchbar. Irgendwann greift irgendwer die alten Fäden auf, öffnet die zugenagelt geglaubte Kiste und holt das Skelett raus und eröffnet eine Diskussion neu, von der alle, vor allem die oberschlauen Leute in den Feuilletons und Wissenschaftsredaktionen wussten, dass sie angeblich abgeschlossen sei.“

Ergänzung:
Aus dieser Studie ergibt sich hinsichtlich der „Diamond Princess“ folgendes:
Alle der gut 3700 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden getestet. Bei 697 war das Ergebnis in Bezug auf Corona positiv. 328 dieser positiv getesteten Menschen hatten keine Symptome. Sieben Personen starben, bezogen auf die Zahl der Infizierten ergibt sich eine Sterberate von einem Prozent. Alle Verstorbenen waren älter als 70. Das Durchschnittsalter der Schiffspassagiere betrug 58 Jahre, ein Drittel war 70 oder älter. Bei dieser Alters-Gruppe ist die Sterberate bei einer Virus-Infektion ohnehin erhöht. [Projeziert auf die gesamte US-Bevölkerung wäre eine Sterberate im Bereich von unter 0,1% zu erwarten, das ist weniger als bei der saisonalen Grippe – siehe hier!]

Ergänzung:
Lesenswert – Yuval Noah Harari beschäftigt sich im Time-Magazine mit der These „Die beste Verteidigung, die Menschen gegen Krankheitserreger haben, ist nicht Isolation, sondern Information“. Pathogene verließen sich auf blinde Mutationen, während Mediziner sich auf die wissenschaftliche Analyse von Informationen stützten, schreibt er. [So sollte es zumindest sein…]

Wer ist Prof. Walach?
Prof. Dr. Dr. Walach lehrt an der Medizinischen Universität Poznan, Polen, und ist Gastprofessor an der Universität Witten-Herdecke (Philosophische Grundlagen der Psychologie). Sein spezielles Interesse gilt der Frage, welche Rolle Bewusstsein im Bereich der Medizin, aber auch ansonsten in unserer Kultur spielt. Das hat ihn in den zurückliegenden Jahren zu Fragen der Meditationsforschung und der Kultivierung von Bewusstsein geführt. Schon während seines Studiums der Psychologie und Philosophie hat ihn die Frage beschäftigt: Was genau ist „Heilung“’? Das hat ihn zur Homöopathie und im weiteren Sinne zur Komplementärmedizin gebracht, wo es um den Anstoß geht, der dem Organismus helfen soll, sich selbst zu helfen. In seinen Augen ein spannendes Thema, sowohl vom wissenschaftlichen, als auch vom gesellschaftlich-ökonomischen Standpunkt aus.

Nachtrag:
(11.4.20) Immer wieder sehr aufschlussreiche Informationen: Swiss Propaganda Research

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