COP27 – was hat es gebracht?

Die „Conference of the parties“, auch COP(27) genannt, in Ägypten liegt hinter uns. Die 4.500 Regierungs- und sonstige Vertreter haben mit ihrer Armada an Flugzeugen, die sie hin- und wieder wegbrachte, das Klima gerettet. Insgesamt kamen 40.000 mit der gegenüber der COP26 in Glasgow fast doppelten Anzahl von ('umweltschädlichen') Fluggeräten. Bundesaußenministerin Baerbock war auch da (nicht zu Fuß), um die Ungläubigen, den Rest der Welt, davon zu überzeugen, es Deutschland gleich zu tun.

Am letzten Tag der Konferenz gelang ein „Durchbruch“. Es wurde die Schaffung eines Komitees vereinbart, das festlegen soll, wie ein „loss and damage“ Fond funktionieren kann. Ergebnisse sollen in einem Jahr präsentiert werden. Als letzte große Nation gaben die USA ihren Widerstand dagegen auf.

Mit dem Fond sollen Ausgleichszahlungen der „Klimasünder“ an arme Länder geregelt werden, die unter dem Klimawandel am meisten leiden. Solche Ausgleichszahlungen sind schon lange zugesagt, getan hat sich bisher kaum etwas. Auch deshalb vermutlich nicht, weil die Empfängerländer bisher keine ausreichend lukrativen Gegengeschäfte angeboten haben.

Die Abschlusserklärung blieb auf dem Stand der COP26 in Glasgow. Zwar sollen die Länder ihre Anstrengungen erhöhen, die Nutzung von Kohle zurückzudrängen. Aber das Ende der Nutzung aller fossilen Energieträger wurde nicht gefordert. Neben China, das pro Einwohner nach Australien, Kasachstan, Südafrika, Russland und Polen am meisten Kohle fördert, gehören auch Deutschland und die USA in die Gruppe der zehn größten Förderländer von Kohle.

An der COP27 nahmen 636 Lobbyisten von Öl-, Gas- und Kohlekonzernen teil, 25% mehr als im Vorjahr. Die Umweltorganisation Global Witness kritisierte, dass die diesjährige COP zu einer Lobbying-Veranstaltung wurde. Einige von ihnen waren sogar Teil der offiziellen Delegationen von Staaten gewesen. So war etwa der CEO des Ölkonzerns BP, Bernard Looney, als Teil der mauretanischen Delegation nach Sharm el-Sheikh gereist (siehe hier!).

Die deutsche Regierung ist da mit dem Kampf gegen CO2 schon weiter. Sie hat die Wahrheit gepachtet und will sie der Welt aufpfropfen. Die zieht aber nicht so recht mit. Sie schaut nur fasziniert zu, wie sich der Klima-Missionar Deutschland in Rekord-Geschwindigkeit demontiert. Klar, nimmt man die im Ausland herumgeworfenen Milliarden gerne an, so lange noch etwas da ist.

Da bleibt für den deutschen Mittelstand innovativer Firmen kleiner bis mittlerer Größe, der erst die Basis für den Wohlstand geschaffen hat, nicht viel übrig. Die Corona-Politik hat hier schon für Schieflagen gesorgt, Energiekosten und bürokratischer Wust treiben es weiter. Aber das liegt ganz auf der politischen Linie von Schwab & Co der Begünstigung von Großunternehmen und Kapitalkonzentration. Mich wundert nur, dass der Mittelstand nicht mehr zustande bringt als einzelne Proteste.

In den Medien werden die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ oder vom Club der reichen Mädchen, auch „Fridays for Future“ genannt, hofiert. Damit wird die Klimahysterie angeheizt, ganz auf der Linie von Schwab & Co (World Economic Forum). Die haben den Klimawandel als größte Herausforderung der Menschheit bezeichnet, mit vorauseilendem schlechten Gewissen soll die Bevölkerung folgen.

Dabei sollte man vielleicht mal erst überlegen, in wessen Interesse denn die Art zu Wirtschaften gestaltet wurde, die zu der jetzt als tödliche Gefahr für die Menschheit hingestellten CO2-Konzentration geführt hat. Und dieselben Kräfte, die für diese Gefahr verantwortlich ist, sollen jetzt nach Schwab & Co die Führung bei der Wende zum Guten haben – die multinationalen Großkonzerne. Wer es glaubt… Klar denken ist unter die Räder gekommen – kein Wunder bei dem immer mehr vernachlässigten Bildungssystem.

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen – das gab es schon einmal vor 80, 90 Jahren. Es endete in einem Desaster. Das könnte auch jetzt wieder geschehen. Während damals Deutschland den Kontinent verwüstet hat, könnte die Verwüstung durch die deutsche grüne Politik nun eher auf unser Land beschränkt bleiben. Es sei denn, Deutschland findet als Rattenfänger von Hameln genügend Anhänger. Die Deutsche von der Layen arbeitet in Brüssel mit ihrem Green Deal daran. In Brüssel wird es erdacht, in Deutschland wird es gemacht, sonst wo wird eher gelacht. Hoffentlich.

Was ist an den ganzen Klima-Katastrophen-Szenarien dran? Da wird z.B. seit Jahren vorhergesagt, dass das Great Barrier Reef vor Australien durch die „globale Erwärmung“ vor dem Kollaps steht. Dann heißt es im August, dass das Korallen-Wachstum dort den höchsten Stand seit mehr als 30 Jahren verzeichnet. Auch wurde geunkt, dass die Erderwärmung tropische Wirbelstürme zunehmen lasse. In diesem Jahr gab es bisher so wenige wie seit langem nicht mehr. Das sind Moment-Aufnahmen. Aber Warmzeiten waren historisch eher gute Zeiten, in Kälteperioden nahmen verständlicherweise Hunger und Kriege zu. Zur Zeit des Römischen Reiches lag die Durchschnittstemperatur rund drei Grad höher als aktuell. Die Korallen haben es überlebt.

Die deutsche Klimapolitik basiert auf den Emissionsbeschränkungen der Pariser Abkommens. Das wurde bisher von einem Drittel der Teilnehmerländer ratifiziert. Die USA sind dabei, der wichtigste Produzent von Fracking-Gas und -Öl. Sie forderten jüngst eine Erhöhung der Ölfördermengen der OPEC – passt nicht so recht zusammen. Russland hat unterzeichnet, ein bedeutender Lieferant fossiler Energieträger – Fragezeichen. China und Indien, verantwortlich für mehr als ein Drittel der globalen CO2-Emissionen, haben nicht unterschrieben. Beide Länder investieren massiv in die Verstromung von Kohle und Uran.

Angesichts dessen ist der Effekt deutscher CO2-Einsparungen minimal. Zumal wir durch unsere schönen Sanktionen gegen Russland zurückgreifen auf umweltschädlicheres LNG und die stärkere Verstromung von Kohle. Der Weltmarkt für handelbare Brennstoffe macht zwei Drittel des Primärenergiebedarfs der OECD-Industrieländer aus. Er steigt seit langem kontinuierlich – mehr oder weniger synchron zum globalen BIP. Der deutsche Anteil daran liegt bei rund fünf Prozent. Selbst wenn Deutschland ein Drittel des Verbrauchs fossiler Energiestoffe einsparen würde, läge der Effekt weltweit im Bereich von einem Prozent CO2-Reduktion. Und was ist mit der Vorbildfunktion? Siehe oben!

Die Nullemissionen der künftig vorgeschriebenen Elektrofahrzeuge sind ein Etikettenschwindel. Es wird dabei „übersehen“, dass die „grünen“ Energien nicht ausreichen, um deren wachsende Anzahl zu betreiben. Es gibt zahlreiche Studien, die darstellen, dass die CO2-Emmissionen von E-Autos bis zu einer Laufleistung von mindestens 100.000 Kilometern die von Autos mit Verbrennungsmotoren übersteigen.

Eine CO2-Produktion von Null bis 2045 zu erreichen, das deutsche Ziel, ist mehr als unwahrscheinlich, insbesondere dann, wenn sich der Bedarf an Energie im Trend der zurückliegenden Jahrzehnte weiter nach oben entwickelt. Aber es könnte ja auch sein, dass ein bis dahin deindustrialisiertes Deutschland künftig aus der Reihe fällt…

Einstweilen werden überall auf der Welt Hunderte neue Kohle- und Atomkraftwerke gebaut. Vom Atomausstieg ist um uns herum keine Rede mehr, Deutschland bleibt dabei. Unsere grüne Energiepolitik verlässt sich jetzt auf Frankreich, das seine „umweltfreundliche“ Atomstromproduktion drastisch ausweiten will. Das ist dieselbe Haltung wie bei der Förderung von dringend für Batterien benötigtem Lithium: Ganze Regionen in Südamerika werden verwüstet, aber „wir“ haben ein reines Umwelt-Gewissen, unsere Umwelt-Bilanz stimmt – auf Kosten anderer.

Ich kann nur immer wiederholen: Der Dreh-und Angelpunkt ist nicht die Dekarbonisierung der Energieerzeugung. Es ist die Wegwerfwirtschaft, die zu einem übermäßigen Ressourcenverbrauch führt. Diese Wegwerf-Ideologie setzt sich in der Klima-Hysterie fort: Ein intakte Energieinfrastruktur wird vor Ablauf ihrer technischen Nutzbarkeit verschrottet und durch „Zufalls-Energien“ samt „E-Mobilität“ ersetzt. Das steigert den Ressourcenverbrauch zumindest in einer Dekaden-langen Übergangszeit kräftig weiter. Wenn man schon meint, dass CO2 das Hauptproblem ist (was alles andere als eine gesicherte Erkenntns ist – siehe z.B. hier!), dann hätte man es wesentlich klüger anfangen können – z.B. durch gezielte Förderung weitgehend klimaneutraler synthetischer Treibstoffe und Gase (siehe z.B. hier!).

Was also hat die COP27 gebracht? Auf allen Ebenen geht es weiter – einflussreiche Kräfte erzeugen Angst und verdienen mit dem angeblichen Schrecken der CO2-Konzentration massiv Geld. Sie bauen auf der Angst vor dem Klimawandel ihre Macht weiter aus. Siehe auch "COP26 nach Verlängerung – wie steht es?"

Ergänzung:
Ein Leser hat darauf hingewiesen, dass der Zusammenhang zwischen Temperatur und CO2-Konzentration wohl degressiv ist – siehe hier. Vielen Dank!

Siehe auch: Think-Again – WIE TOTALITÄR IST DEUTSCHLAND HEUTE?

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