Der Habeck-Song – grüne Energie macht frei

Ein denkwürdiger Satz des Herrn Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz, Habeck, vor dem Grünen-Parteitag in Bonn: „Aber wir werden niemals verwechseln, was Problem und was Lösung ist. Die fossilen Energien und die Atomkraft – sie sind das Problem.“

Problem für was? Das Problem für die gegenwärtige Energieknappheit können die beiden nicht sein, das kann Habeck selbst in noch so grüner Verbohrtheit nicht gemeint haben.

Welches Problem dann? Habeck (an anderer Stelle): „Wer darum kämpft, sich von den fossilen Energien freizumachen, der kämpft für die Freiheit.“ Damit behauptet er ja umgekehrt, fossile Energien führen in die Unfreiheit, in die Knechtschaft. Blödsinn, oder?

So blöd ist er natürlich nicht, der Herr Habeck. Er freut sich, dass sich Deutschland gerade in großer Geschwindigkeit von der Abhängigkeit von russischen fossilen Energien befreit. Aber weil man sich von diesem Teufelszeug gerade befreit, herrscht nun Energienot. Wo aber Not herrscht -Millionen Mitbürger leiden unter den explodierenden Preisen für Energie und in deren Gefolge unter steigenden Preisen für praktisch alles- kann keine Freiheit sein.

Also ist der Herr Minister entweder doch blöd (weil er sich widerspricht) oder er bezieht seinen Begriff von „Freiheit“ auf etwas anderes. Und, klar, bei der Freiheit, die Habeck meint, geht es um die Ukraine. Und so fährt er in seiner Rede auf den Grünen-Parteitag fort, Ursache „all dessen“ sei der „barbarische Angriffskrieg von Putin auf die Menschen."

Jetzt habe ich es kapiert: Grüne Energien bedeuten nach Habeck Freiheit, aber für die deutsche Bevölkerung gilt das jetzt nicht, denn erst mal geht es um eine ganz andere Freiheit, die der Ukraine. Damit bewegt sich Habeck genau auf der Linie von Baerbock, die auf dem Prager Forum Ende August vertonte, ihr sei die Ukraine wichtiger als die deutschen Wähler. Habeck gehen die Interessen der in Deutschland lebenden Menschen samt ihrer Wirtschaft also genauso am A…. vorbei. Amtseid war gestern…

Der Habecksche Ausruf: „Putin darf nicht gewinnen!” steht über allem, er ist die Leitlinie der deutschen Wirtschaftspolitik. Da lobe ich mir den malayischen Wirtschaftsminister, der vor einiger Zeit mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, er verhandele mit Russland über Öllieferungen. Er entgegnete, für ihn kämen die Interessen seines Volkes an erster Stelle.

Habeck dürfte bekannt sein, was sich seit dem Ende des Ost-Blocks zugetragen hat. In den „zwei-plus-vier“-Gesprächen wurde von westlicher Seite zugesichert, dass die Nato sich nicht in Richtung Osten erweitern werde. Ihm dürfte auch bekannt sein, dass eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Leitlinie der US-Außenpolitik immer war, zu verhindern, dass sich Deutschland und Russland annähern.

Mittlerweile wird in den USA mehr oder weniger offen gesagt, dass die Aufrüstung der ukrainischen Armee und deren Ausbildung durch NATO-Mitarbeiter über die zurückliegenden Jahre erfolgte, um sich gegen Russland in Stellung zu bringen. Russland hatte die USA noch Ende 2021 aufgefordert, über die Ukraine und Garantien für die Sicherheit Russlands zu verhandeln. Das hatten die USA arrogant zurückgewiesen.

So viel zu den Anfängen. Russland hat den Krieg begonnen, das war ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Aber die Vorgeschichte einbezogen, kommt einem Machiavelli in den Sinn: „Nicht wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt.“

Und doch behauptet Habeck stur: Die Ursache „all dessen“ ist der „barbarische Angriffskrieg von Putin auf die Menschen." Und also heißt es in der Habeckschen Rede: „Was immer uns drückt, welche Not wir auszuhalten haben, was immer uns beutelt: Putin darf nicht gewinnen."

Indem er Russland zum Hauptfeind erklärt, spannt er sich zugleich willig vor den Karren der US-amerikanischen Interessen. Auch als Vetriebsbeauftragter der Fracking-Gas-Industrie, das bekanntlich etwa drei bis fünf mal so teuer und noch Klima-schädlicher als Gas aus Russland ist. Erst mal wird also nicht gegen die fossilen Energien, sondern gegen den Herrn Putin gekämpft. Das kann dauern.

Währenddessen geht die Wirtschaft den Bach herunter – wegen Energiemangel und hohen Kosten und wegen Instabilität der „Erneuerbaren“ (Stichwort „Grundlast“). Und da erschließt sich der doppelte Sinn des Ausspruchs des Wirtschaftsministers Habeck „wer darum kämpft, sich von den fossilen Energien freizumachen, der kämpft für die Freiheit.“ Freiheit von Wirtschaft…


Habeck-Song
„Ihr müsst nun Not erleiden
bis Putin ist besiegt.
Die Freiheit habet ihr erst wieder,
wenn die Wirtschaft niederliegt.
Dann ist Eure Not vorbei,
dann seid Ihr wirklich frei.
Und lasset uns die Amis loben,
wenns schief geht, sind wir schneller oben.“


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