Neue Covid-Studie zeigt noch niedrigere IFR

Eine neue, vor wenigen Tagen veröffentlichte, breit anlegte Studie von John Ioannidis kommt zu dem Schluss, dass SARS-CoV-2 eine durchschnittliche Infektionssterblichkeitsrate (IFR) von 0,15% hat. Damit liegt das Ergebnis ziemlich genau in dem Bereich, den seine frühe Untersuchung im März 2020 hinsichtlich des Ausbruchs auf der Diamond Princess angegeben hatte.

Ioannidis schätzt die Zahl der weltweiten Infektionen per Ende Februar 2021 auf 1,5 bis 2 Milliarden Menschen. Das sind etwa 20 bis 25 Prozent der Weltbevölkerung. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede in der IFR und in der Infektionsausbreitung zwischen Kontinenten, Ländern und Orten.

Die von SARS-CoV-2 ausgelöste Krankheit ist hinsichtlich Sterblichkeit demnach mit einer eher leichteren bis normalen Influenza-Infektion vergleichbar. Zwar sind die Symptome zunächst sehr ähnlich und eine der Komplikationen betrifft auch wie bei der Influenza die Lunge (schwierig zu behandelnde Pneumonie). Aber SARS-CoV-2 begünstigt bei einer komplizierten Infektion (wenn Viren oder Spike-Proteine ins Blut gelangen) auch eine systemische Endotheliitis, die alle Gefäßbetten erfassen kann, Herz-, Hirn-, Lungen- und Nierengefäße, sowie Gefäße im Darmtrakt. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Auskleidung der Blutgefässe, Gefässwände (v.a. bei den Adern mit geringerem Blutdurchfluss) können zerstört werden und so Blutungen auslösen.

Patienten, die an Hypertonie, Diabetes, Herzinsuffizienz oder koronaren Herzkrankheiten leiden, sind besonders anfällig für Infektionen mit SARS-CoV-2. All diesen Erkrankungen ist eine Eingeschränkung der endothelialen Funktion gemein. Und genau diese Erkrankungen treten bei älteren Altersgruppen in der Bevölkerung gehäuft auf, sie sind „in normalen Zeiten“ die wichtigsten Todesursachen.

Damit in Zusammenhang steht, dass es in Todesfall-Statistiken in 2020 eine Verschiebung innerhalb der hauptsächlichen Todesursachen gibt. Die früheren „Spitzenreiter“ treten zugunsten der Todesursache „an/mit Corona“ teilweise zurück. Zahlreiche Obduktionen von Covid-19-Toten haben ergeben, dass die allermeisten an ihren Vorerkrankungen gestorben sind und nicht an einer im Totenschein auch noch oftmals nur vermuteten Covid-19-Infektion.

Umso weniger sind Gießkannen-Maßnahmen wie Dauer-Lockdowns gerechtfertigt. Angesichts der damit in Zusammenhang stehenden wirtschaftlichen und sozialen Kollateralschäden sind sie völlig unangemessen. Und ohne wesentlichen Effekt

Ergänzung:
Mit früheren Studien von John Ioannidis hatte ich mich u.a. hier, hier und hier befasst.

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