Window-Dressing zum Quartalsende

Der Handel am zurückliegenden Freitag brachte den S&P 500 in der letzten Handelsstunde zurück zu seinem Allzeithoch vom 17. März. Ausschlaggebend dürfte Window-Dressing zum Quartalsende sein. Außerdem hatte Fed-Chef Powell zwei Dinge nochmals bekräftigt: In 2021 werde das BIP um 6,5% zulegen, so viel wie seit 1984 nicht. Und die Geldpolitik bleibt wie sie ist.

Eine Rolle mag auch noch gespielt haben, dass das Verbrauchersentiment im März um starke 8,1 auf 84,9 angestiegen ist. Die Schecks aus dem 1,9 Bill. Dollar schweren Stimulus sind unterwegs…

Die Aktienrückkäufe sind zurück am Allzeithoch aus Mitte 2019 bei 2.5 Bill. Dollar (gemittel über vier Wochen). Sie konzentieren sich im Tech- und im Finanz-Sektor. Beide haben zuletzt kräftig zugelegt, da schaut man vor der anstehenden Berichtssaison für das erste Quartal doch mal besser, dass die Bewertungen weniger luftig erscheinen. Aktienrückkäufe waren seit 2009 die hauptsächliche Quelle für Kurssteigerungen (Chartquelle).

Der S&P 500 bewegt sich in der Mitte eines aus Ende Oktober 2020 stammenden Aufwärtskanals. Er hatte am Donnerstag die EMA50 getestet, sie bot Support. Zuletzt erbrachte ein positiver Test der EMA50 im Mittel einen raschen Zugewinn von 170/190 Punkten. Das würde auf einen Test der oberen Begrenzung des Aufwärtskanals aus Oktober 2020 hinauslaufen (Chartquelle).

Seit Mai 2020 liefen Dollar-Schwäche (im folgenden Chart in Bezug auf den Euro) und Stärke des S&P 500 synchron. Seit Jahresbeginn wandelt sich das Bild. Offenbar engagieren sich Ausländer in größerem Umfang in US-Aktien, zudem locken die anziehenden Renditen. Gleichzeitig dämpft ein festerer Dollar die Rohstoffpreise und damit die Inflationserwartungen etwas. Das verbessert auch die Gewinnerwartungen. Momentan alles Faktoren, die die Stärke des S&P 500 noch unterstützen.

Im großen zyklischen Bild ist Dollar-Schwäche zu erwarten. Das würde in der aktuellen Situation zur Inflationsneigung in den USA beitragen. Möglicherweise versiegen im weiteren Jahresverlauf die Zuflüsse aus dem Ausland wieder, etwa wenn die Erwartung eines positiven Zinsdifferentials nicht aufgeht oder auch, weil US-Aktien weniger attraktiv werden. Entscheidend wird in den kommenden Wochen und Monaten sein, wie gut die Unternehmen in der Lage sein werden, ihre Kosten auf die Preise zu überwälzen.

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