„Corona“ – interessante Entwicklung

Die folgende Graphik zeigt die Verläufe in den USA seit Anfang April für die täglichen Tests auf Covid-19, die diesbezüglich positiven Ergebnisse, die Zahl der Behandlungen im Krankenhaus, sowie die täglichen, mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle (Chartquelle).

Es fällt auf, dass sich die Zahl der täglichen Tests mit rund 1,1 Millionen auf Rekordniveau befindet. Die Zahl der positiven Tests erreicht hingegen den Rekordwert bei knapp 70.000 vom 24. Juli bisher nicht. Seinerzeit wurden rund 25% weniger Tests durchgeführt. Das Verhältnis von täglichen positiven Testergebnissen zur Anzahl der Tests sinkt damit im Vergleich der beiden Zeitpunkte von 9,1% auf 5,8%. Mitte April lag der Wert bei über 20%.

Die Zahl der Krankenhausbehandlungen kommt gegenwärtig auf knapp 42.000 und bleibt damit klar unter dem Rekordwert von etwa 60.000, der Mitte April und Ende Juli erreicht wurde. Das Verhältnis der Zahl der täglichen, mit „Corona“ in Verbindung gebrachten Todesfälle zu positiven Testergebnissen („Cases“) lag Mitte April bei 7,8%, am 24. Juli bei 1,8% und am 23. Oktober bei 1,3% (sogenannte Infektionssterblichkeits-Rate – ohne „Infektions-Dunkelziffer“). Die Zahl der täglichen Todesfälle liegt aktuell grob bei einem Drittel der Zahl von Mitte April.

[Änderung gegenüber der ersten Version dieses Artikels: Alle Angaben beziehen sich, soweit verfügbar, auf sieben-Tage-Mittelwerte, ansonsten auf Werte für den einzelnen Tag]

Für mich bestätigt sich aus diesen aktuellen Zahlen heraus der Eindruck, dass trotz massiver Ausweitung der Testungen relativ dazu immer weniger positive Ergebnisse gefunden werden und die Anzahl der Todesfälle im Verhältnis dazu immer weiter zurückgeht. Das spricht für einen Rückzug der „Seuche“.

Die Tendenzen, wie sie sich in den USA offenbaren, lassen sich auch in anderen Ländern feststellen, so auch in Deutschland.

Anmerkung:
Der PCR-Test mag mit einer Fehlerquote (falsch positiv) von um die zwei Prozent die Anwesenheit von molekularen Merkmalen des Sars-Cov2-Virus nachweisen. Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass ein danach positiv getesteter Proband auch infiziert ist, d.h. eine Covid-19-Erkrankung ausbrütet. Frühe Untersuchungen zeigen, dass bei mindestens 20% der positiven Testergebnisse keine Krankheitssymptome folgen (im Falle der „Diamond Princess“ waren es 47%). Der Begriff „Cases“ (bzw. in Deutschland „Neu-Infektionen“) ist irreführend.

Zum Nachlesen:

Nachtrag:
(28.10.20) Guter, sehr differenzierter Vortrag von Prof. Streeck hier. Hörenswert…

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