US-Arbeitsmarktdaten positiv

Heute wurden die US-Arbeitsmarktdaten für Dezember gemeldet. Es wurden 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Es muss sich zeigen, wie viel davon auf das Weihnachtsgeschäft zurückgeht. Aber zunächst gilt: Die Zahlen weisen klar auf eine Verbesserung des Arbeitsmarktes hin. Hinzu kommt: Der durchschnittliche Stundenlohn ist im Monatsvergleich um 4 Cent (0,2%) gestiegen.

Die „200.000“ liegen oberhalb der Erwartungen, die von ADP gestern gemeldete Zahl von 325.000 neuen Jobs im privaten Sektor außerhalb der Landwirtschaft wurde aber nicht erreicht.

Die Reaktion der Aktienmärkte war zunächst verhalten bis negativ. Der Dollar baute weitere Stärke auf, auch TBonds waren gesucht, Gold kann sich zunächst nicht über dem Pegel bei 1620 halten.

Die etwas divergente Reaktion der Finanzmärkte könnte damit zusammenhängen, dass die Verbesserung der US-Wirtschaft schon etwas länger gespielt wird und jetzt eher die Reaktion „sell the facts“ eintritt. Sicher spielt auch eine Rolle, dass in der nächsten Woche die Quartalssaison anläuft. Hier hatte es im Vorfeld relativ viele ungünstige Meldungen gegeben. Weiter könnte eine Rolle spielen, dass manche bei einer zu schnellen Verbesserung der Makrodaten befürchten, dass die Fed ihre geldpolitische Lockerung vorzeitig aufgibt. Die Fed hat den Arbeitsmarkt auch im Fokus, aber entscheidend ist für sie die Inflationsentwicklung. Und hier ist für die nächsten Monate eher ein Abflauen zu erwarten, so dass sie nicht unter Zugzwang steht.

Das ECRI-Institut hat kürzlich vor einer aufkommenden Rezession gewarnt. ECRI ist nicht irgendwer – die Treffsicherheit solcher Prognosen des ECRI ist beachtlich hoch. Aus dieser Sicht wäre die Verbesserung des Arbeitsmarktes lediglich saisonal bedingt.

Andererseits hält der aufwärts gerichtete Trend bei der Zahl der Arbeitsplätze jetzt bereits mehr als ein Jahr an. Die Auswertung der Trendstärke zeigt zwar noch keine „Expansion“, sondern liegt im normalen Bereich – allerdings klar in der oberen Hälfte.

Parallel zu den US-Arbeitsmarktdaten belegen jüngste Zahlen der Eurozone wie Einzelhandels- und Stimmungsdaten eine Abkühlung der Wirtschaft hier. „Wenn wir Europa nicht hätten, gäbe es aufgrund der Makrodaten bei US-Aktien eine Rallye,“ glauben amerikanische Beobachter. In der Tat ist das sich seit Wochen manifestierende Bild, dass US-Makrodaten ein relativ günstiges Bild der Wirtschaft dort zeichnen. Ob das aber zu einer dauerhaften Entkopplung der Marktreaktionen führt, ist fraglich.

In einer größeren Perspektive wird deutlich, dass sich im historischen Kontext eine Bodenbildung abzeichnen könnte. Das muss so vorsichtig formuliert werden, weil das aktuelle Jahrzehnt gerade begonnen hat. Im folgenden Diagramm wird deutlich, dass über die zurückliegenden Jahrzehnte immer weniger Arbeitsplätze neu geschaffen wurden. In den Jahren 2000 bis 2009 wurden sogar per Saldo Jobs abgebaut. Extrapoliert man den in diesem Jahrzehnt angelaufenen Trend, könnte es etwa 10% mehr Arbeitsplätze bringen. Das liegt aber immer noch deutlich unter den Werten, die bis zur Jahrtausendwende erreicht wurden.

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