S&P 500 – interne Schwäche

Was soll man zum Stand der Finanzmärkte sagen, wenn die Fed mittlerweile nahezu zwei Drittel der ausstehenden 10yr-TNotes besitzt und mit einem Betrag von 120 Mrd. Dollar pro Monat weiterhin Anleihen und Hypothekenpapiere einkauft? Was soll man zum Stand der Finanzmäärkte sagen, wenn in den zurückliegenden sechs Monaten so viel Geld in Aktien geflossen ist wie in den zurückliegenden mehr als sechs Jahren nicht?

Derweil bleiben die Markt-„Internals“ relativ schwach. Das Volumen an der NYSE sinkt seit März kontinuierlich, die Marktbreite, gemessen an der Anzahl der steigenden und fallenden Aktien, nimmt seit Anfang Juni ab, die „technische Qualität“ als Auswertung der Zustände bei Stochastik, MACD und RSI des S&P 500 zeigt seit mindestens Juni 2020 eine schwächere Tendenz. Gezeigt wird das bei den folgenden Chart mit den magenta-farbenen Trendlinien.



Auch Tom McClellan weist in seinem jüngsten Newsletter auf eine Divergenz zwischen der A/D-Linie und dem Dow Jones Index hin und stellt das in einen historischen Zusammenhang (siehe hier!).

Das folgende Bild zeigt sehr schön, wie sich die Handelsvolumina seit 2010 entwickelt haben. Auffallend ist die Zurückhaltung institutioneller Investoren seit 2015. Dafür haben die Kleinanleger (Retail) seit 2019 kräftig zugelangt, sich allerdings im zurückliegenden Quartal wieder deutlich zurückgezogen. Dafür sind zum Teil die Institutionellen eingesprungen, bleiben aber mit einem Anteil von 30% immer noch weit von ihrem Rekordwert von 50% in 2015 entfernt (Chartquelle).

Noch scheint die „Buy-the-dip“-Mentalität im S&P 500 anzuhalten. Die Rede von Fed-Chef Powell auf der Zentralbankerkonferenz in Jackson Hole am zurückliegenden Freitag hat die Bullen ermutigt, weiter zuzugreifen. Es wurde mit 4509,37 ein neues Allzeithooch markiert. Derweil naht mit dem kommenden Freitag der Arbeitsmarktbericht für August und dann folgt der „Labour Day“ (am Montag der kommenden Woche). Dieser Tag markiert häufig eine „Neubesinnung“ der Akteure an den Finanzmärkten. Im vergangenen Jahr fiel der Index Anfang September von knapp 3600 auf 3240, rund 10% (Chartquelle).

Kommt einmal eine etwas beständigere Abwärtsfahrt im S&P 500 auf, dürfte er ziemlich zügig das Niveau von rund 4050 erreichen. Hier liegt eine bedeutendere statische Unterstützung und auch die EMA200. Das wären dann auch wieder rund 10%.

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