CRB und Aktien laufen auseinander

Von Colin Twiggs, Incrediblecharts, stammen die folgenden Anmerkungen, die ich hier übersetzt widergebe:

„Der Wochenchart zeigt, wie der CRB Commodities Index mit dem S&P 500 zusammen läuft – außer in Zeiten extremer Volatilität wie z.B. 2007/2008. Aktuell sehen wir wieder eine solche Divergenz – der CRB strebt auf einen Test des bedeutenden Supports bei 295 zu, während der S&P 500 stärker wird.

Indiziert die schwache Nachfrage nach Rohstoffen, dass Aktien überbewertet sind wie 2007? Die Fed hat ihr Bestes getan, um im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen Bond-Renditen zu drücken und Aktienkurse aufzupumpen. Noch ist es zu früh, um zu erkennen, wie es ausgeht, aber wir müssen die Beziehung über den weiteren Jahresverlauf beobachten.“

Eine andere Art der Darstellung zeigt ebenfalls, dass CRB und S&P 500, bzw. EStoxx50 in den zurückliegenden Jahren über weite Strecken synchron liefen, was nahe legt, dass hinter der Entwicklung jeweils identische treibende Faktoren standen.

Von 2003 bis Mitte 2006 liefen die beiden Aktienindices und der CRB fast schon bilderbuchmäßig synchron (Kurven innerhalb der neutralen Bänder). Zwischen Oktober 2006 und Dezember 2007 entwickelte sich der CRB schlechter als die beiden Aktienindices (Kurven im Chartbild unterhalb der neutralen Bänder). Zwischen Februar 2008 und September/Oktober 2008 entwickelte sich der CRB stärker – Kurven oberhalb der neutralen Bänder. Seit Februar 2011 bis jetzt lief und läuft der CRB stärker als der EStoxx50 (oberhalb des grünen Bandes), während er gegenüber dem S&P 500 nicht signifikant divergierte. Erst seit März 2012 entkoppelt sich der S&P 500 vom (zurückbleibenden) CRB – die rote „Beziehungskurve“ tritt aus dem roten neutralen Band nach unten aus.

Während sich vor Mitte der 1990er Jahre Aktien mit schwächeren Rohstoffpreisen stärker entwickelten (Rohstoffe als gewinnschmälernde Kosten), ist danach übergeordnet eher ein Gleichlauf festzustellen – wohl deshalb, weil Rohstoffe mehr und mehr zu „normalen“ Finanzmarkt-Assets wurden, deren Preise vor allem duch Überschuss-Liquidität gemeinsam getrieben werden.

Divergieren ansonsten gleich laufende Asset-Klassen, ist das ein Hinweis auf zugrunde liegende Verwerfungen. Verwerfungen führen zu Unsicherheit, die Börsen mögen keine Unsicherheit. Daher sind solche „Anomalien“ Warnzeichen für zunehmende Volatilität bis hin zu künftigen Kontraktionen der Finanzmärkte – gewissermaßen Vorbeben.

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