S&P 500 – weiter seitwärts?

Die großen US-Indices haben die zurückliegende Woche mehr oder weniger flach beschlossen. Es ging hin und her – mal gab die Aussicht auf einen Impfstoff gegen „Corona“ einen Schub nach oben, dann sah man dessen Verfügbarkeit wieder pessimistischer. Mal schien es Hoffnung zu geben hinsichtlich eines baldigen staatlichen Stimulus, dann war es damit wieder nichts. Die Sorge hinsichtlich zunehmender „Corona“-Fälle und der damit in Verbindung stehenden wirtschaftlichen Einschränkungen tat ein Übriges.

Was am Ende des Tages bleibt, ist der Eindruck als schöben sich das Finanzministerium und die Fed gegenseitig den „Schwarzen Peter“ zu, wenn es um wirtschaftliche Unterstützung geht. Makrodaten zeichneten ein durchwachsenes Bild. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stieg im Vergleich zur Vorwoche etwas an. Der Index der US-Industrieproduktion nahm im Oktober wieder etwas Fahrt auf, der US-Einzelhandelsumsatz entwickelte sich im Oktober schwächer als erwartet, zudem wurde der Wert für den Vormonat abwärts revidiert.

Was „Growth“ und „Value“ anbetrifft, so wechselten die Favoriten, auch hier war in der zurückliegenden Woche kein Trend auszumachen. Jetzt dürften die Umsätze am Black Friday in den Fokus rücken. Und manch einer sieht sich schon beim großen Truthahn-Essen reglementiert, weil teilweise die Anzahl der Personen begrenzt worden ist, die sich gleichzeitig in einem Haushalt aufhalten dürfen.

Der S&P 500 oszilliert um sein am 2. September gebildetes Hoch bei 3580. Das Aufwärts-Momentum lässt nach, die Marktbreite nach TRIN-Index verschlechtert sich leicht. Das Indikatorbild ist per Saldo mäßig bullisch. Die fraktalen Oszillatoren zeigen zunehmende bullische und bärische Kursmuster, die saldierte Richtung zeigt dabei leicht abwärts.

Das wahrscheinlichste Szenario scheint mir eine Seitwärtsbewegung zu sein. Zweifelhaft, ob ein nachhaltiger Ausbruch gelingt. Insofern sehe ich keine wesentliche Änderung zu der hier genannten Entwicklung.

Ach ja, die Wahl zum US-Präsidenten ist ja auch noch nicht vom Tisch. Einige Merkwürdigkeiten scheint es gegeben zu haben; ob die aber ausreichen, das von den Medien längst verkündete Ergebnis noch zu drehen, weiß ich nicht. Mittlerweile dürfte die Überraschung bei einem Sieg Trumps liegen. Wenn überhaupt, wird der aber seine Niederlage vermutlich nicht vor dem Termin der Wahlmänner-Zusammenkunft am 14. Dezember eingestehen. Am 15./16. Dezember tagt das FOMC-Komitee der Fed. Denkbar, dass sich die erwartete Seitwärtsbewegung des S&P 500 bis in den Dezember hinein zieht.

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