EZB – Vertrauen sieht anders aus

Die EZB hat Spaniens Banken 16,6 Mrd. Euro geliehen, aber die hinterlegten Sicherheiten entsprechen ihren eigenen Vorschriften nicht, berichtet „Welt am Sonntag“.

EZB-Draghi hatte immer wieder beteuert, das Risikomanagement der EZB sei sehr vorsichtig, dafür habe es Anerkennung verdient.

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Die EZB handelte ihren eigenen Regeln zuwider. Sie hatte ihre Anforderungen an die für billige Zentralbankkredite zu hinterlegenden Sicherheiten im Laufe der vergangenen Jahre immer weiter heruntergeschraubt. Jetzt sind selbst diese noch unterlaufen worden.

Es geht um spanische TBills. Papiere über insgesamt 66,5 Mrd. Euro sind nur zweitklassig eingestuft und müssen nach den EZB-Regeln mit einem Abschlag von 5,5% versehen werden, die übrigen mit einem Volumen von 13,3 Mrd. Euro sind sogar nur drittklassig und dürften als Sicherheiten überhaupt nicht angenommen werden. Im konkreten Fall wurden die hereingenommenen TBills „erstklassig“ eingestuft mit einem Sicherheitsabschlag von lediglich 0,5%.

Für Irland gelten andere, die „offiziellen“ Regeln: Die irische Notenbank hat irische TBills korrekt als zweitklassig eingestuft, demzufolge mussten irische Banken entsprechende Abschläge hinnehmen, als sie bei der EZB um Kredit anstanden.

Für die spanischen Banken waren die TBills ihrer Regierung bisher ein gutes Geschäft, so lange der Sicherheitsabschlag nur 0,5% beträgt. Sie werfen 2,8% an Rendite ab, zu ihrer Finanzierung sind lediglich 0,75% zu zahlen. Stiege der Abschlag aber auf die korrekten 5,5% sähe das plötzlich anders aus.

Die EZB hat die Fehler mittlerweile eingeräumt, aber betont, es seien keine Verluste entstanden.

Das Vertrauen in diese Institution wird durch diesen Vorgang nicht gestärkt – um das mal vorsichtig auszudrücken. Und jetzt soll diese Institution auch noch alle Banken der Eurozone kontrollieren!

Eurintelligence kommentiert den Vorgang: „Es ist von außen betrachtet unmöglich, zu sagen, ob der Fehler bewusst gemacht wurde oder nicht. Der spanische Bankensektor war vor einiger Zeit in einer akuten Klemme und so könnten einige EZB-Offizielle die Regeln für Sicherheiten für diesen vorteilhaft „interpretiert“ haben. Es wäre sinnvoll, wenn genau geklärt wird, was passiert ist, ob es Druck von „oben“ oder von „außen“ gegeben hat. Irgendjemand innerhalb der EZB, der mit dem, was passiert ist, nicht einverstanden war, muss die Story an die „Welt am Sonntag“ weitergegeben haben.“

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