12. Feb 2009: M_LEC, TARP, CAP, FST, PPP, TALF, FSP
Der neue US-Finanzminister Timothy Geithner hat am Dienstag dieser Woche seine Pläne zur Bankenrettung vorgestellt. Bei der Vorstellung seines "Financial Stability Plan" (FSP) sagte er, das fehlende Vertrauen in frühere Pläne mache es heute besonders schwer, eine gefährliche Dynamik fehlender Kredite und sich dadurch vertiefender Schwierigkeiten bei den Banken und Gesamtwirtschaft zu stoppen. Für ihn steht die Wiederbelebung des Kreditflusses im Mittelpunkt.
Er vermied es, in die Details zu gehen. Zur Begründung hieß es, er wolle an die Öffentlichkeit gehen, bevor ein fertiger Plan da sei, um Unsicherheit aus dem Markt zu nehmen und Vertrauen zu schaffen.
Der erste betrifft einen für Banken mit mehr als 100 Mrd. Dollar an Assets verpflichtenden Stress-Test, der ihre Ausrichtung hinsichtlich fauler Assets und deren Bewertung zeigen und so für mehr Transparenz sorgen soll. Für Banken, die durch den Test fallen, steht das "Capital Assistance Program" (CAP) zur Rekapitalisierung gegen Vorzugsaktien, bzw. Garantien bereit, diesmal aber mit strengeren Auflagen. So sollen Dividenden und Aktienrückkäufe begrenzt werden, die Obergrenze für Managervergütungen wird auf 500.000 Dollar festgesetzt. Träger der Kapitalinjektionen ist der Financial Stability Trust (FST) in Partnerschaft mit der FDIC (Federal Deposit Insurance Corp) und der Fed, seine Aktivitäten sollen vollständig offen gelegt werden.
Der zweite Eckpunkt ist der Public-Private Investment Fund (PPP). Er soll aus privaten und öffentlichen Mittel gespeist werden und anfänglich 500 Mrd. Dollar schwer sein. Eine Ausweitung auf 1 Bill. Dollar ist möglich. Das Ziel ist, Kapital auf der Seitenlinie zu aktivieren und Kräfte des privaten Marktes heranzuziehen, um Preise für faule Assets zu bestimmen, die vom PPP als Sicherheiten für Darlehen oder Garantien hereingenommen werden.
Der dritte Eckpunkt ist die Erweiterung des "Term Asset Backed Securities Loan Facility" (TALF). Das bestehende Fed-Programm zur Stützung von Kreditkarten-, Studenten-, Auto- und Gewerbe-Darlehen soll von 200 auf 1000 Mrd. Dollar ausgeweitet werden. Dabei sollen auch Hypotheken-bezogene Assets gekauft werden.
Darüber hinaus wurde ein "Housing Program" angekündigt, das Zwangsenteignungen verhindern soll. Gleichzeitig sollen Anreize für Banken geschaffen werden, entsprechende Kredite durch Mittel aus dem FSP abzusichern. Einzelheiten hierzu werde es in einigen Wochen geben, heißt es.
Das im November 2008 gestartete Programm von Schatzamt und Fed, MBS und Schulden von Fannie und Freddie im Gesamtwert von bis zu 600 Mrd. Dollar zu kaufen und die Hypothenkenzinsen auf den Bereich von 4 bis 4,5 Prozent zu begrenzen, wird weiter geführt. Dadurch wird auch die Umfinanzierung bestehender Hypothekenkredite erleichtert und damit Enteignungen entgegengewirkt.
Nach Vorstellung der Pläne brachen die Aktienkurse ein. Taugt der Plan aus Sicht der Wall Street nichts oder was war der Grund? Damit werde ich mich in einem weiteren Artikel beschäftigen.