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Monsterwellen

Klaus G. Singer : 17.02.2018 19:09 : Allgemein, Newsletter

Monsterwellen sind außergewöhnlich hohe, einzelne Meeres-Wellen. Ihre Höhe und Geschwindigkeit erzeugt eine enorme Dynamik, die selbst Großschiffe gefährdet, weil die trägen Schiffskörper starken, schnell wechselnden Belastungen ausgesetzt sind, die sie unter Umständen sogar auseinanderbrechen lassen.
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Ex

Klaus G. Singer : 17.02.2018 11:14 : Notizen, Un-wirtschaftlich

Martin Schulz (SPD) – Ex-Buchhändler, Ex-EU-Parlamentspräsident, Ex-SPD-Kanzlerkandidat, Ex-GroKo-Gegner, Ex-Nicht-unter-Merkel-Minister, Ex-Außenminister-Begehrender, Ex-SPD-Vorsitzender.

Ex-und-Hopp – die politische Karriere von Schulz dürfte beendet sein. Die Frage ist, was jemanden treibt, solche Wortbrüche und Pirouetten in Folge zu drehen. Offenbar hat er jedes Gespür dafür verloren, wie seine Wendungen bei Wählern und Parteimitgliedern ankommen. Oder es hat ihn schlicht nicht interessiert. Oder er ist Allmachtsphantasien erlegen und meinte, er könne sich alles erlauben. Was für Schulz gilt, gilt auch für seine Gefolgsleute, die ihn ja von seinem Kurs hätten abbringen können.

Schulz war lange Jahre Präsident des EU-Parlaments. Diese Einrichtung verdient allerdings das Prädikat „Parlament“ nicht, sie hat kein Initiativrecht, ist dazu da, die Vorlagen der EU-Kommission abzunicken. In dieser Zeit wurde hauptsächlich Hinterzimmerpolitik betrieben – Kungelei vor allem zwischen Schulz und dem jeweiligen Präsidenten der EU-Kommission, zuletzt war das „wenn-es-ernst-wird-muss-man-lügen“-Juncker. Mir ist das Bild unvergesslich, wie bei der Verabschiedung von Schulz als EU-Parlaments-Präsident Juncker auf ihn zugeht, Schulz den Kopf neigt und Juncker ihm auf die Glatze küsst.

Gut möglich, dass Schulz diesen Politikstil so verinnerlicht hat, dass ihm nicht einmal die Frage kam, was die normalen Bürger wohl denken bei all seinen Winkelzügen, die er in der Bundespolitik als SPD-Vertreter nun öffentlich vorführen musste und nicht mehr unbemerkt in den politischen Kungelbuden in Brüssel.

Schulz dürfte auch deswegen das Amt des Außenministers angestrebt haben, weil er dann auf EU-Ebene weiter hätte agieren und seine in Richtung Transferunion gehenden Vorstellungen vorantreiben können.

Das Verhalten von Schulz ist aus meiner Sicht Musterbeispiel dafür, wes Geistes Kind die etablierten Politiker sind. Posten und persönliche Macht stehen im Fokus, das Wohl des Landes, das so oft als „Argument“ herhalten muss, ist am Ende Sch…-egal.

Und wo ich gerade bei der Hinterzimmerpolitik bin: Der politische Stil von Merkel ist genau davon geprägt. Sie hat weder Charisma, noch vertritt sie öffentlich bestimmte „große“ übergeordnete Ziele. In den zwölf Jahren Große Koalition wurde die Politik zunehmend in den Berliner Hinterzimmern ausgerichtet, der Bundestag durfte anschließend nicken (manchmal nicht einmal das). Dabei ist der Bundestag in einer Staatsverfassung wie der unseren der Ort, wo politische Meinungen aufeinanderprallen und schließlich tragfähige Entscheidungen getroffen werden, die (so die Theorie) der breiten Bevölkerung zugute kommen.

Genau deswegen wäre aus meiner Sicht in der aktuellen Lage eine Minderheitsregierung das beste, was man in Berlin tun könnte. Merkel ist mit ihrem Jamaika-Experiment großartig gescheitert, das ihren Politikstil hätte fortsetzen sollte. Sie kann keine Minderheitsregierung, in der Meinungsverschiedenheiten eher öffentlich ausgetragen werden.

Warum nicht? Merkel ist in einem (noch weniger als bei uns) demokratischen System groß geworden. In diesem System wurde auch alles auf der Ebene kleiner mächtiger Kreise entschieden und genau das kommt bei ihrem Apparatschik-mäßigen Politik-Stil klar durch. Ihre Stärke sind endlose Verhandlungen, in denen sie am Ende Miniatur-Weichen stellt auf einem Weg, der für die normalen Bürger alles andere als vorteilhaft ist. Dazu ihr Gerede von wegen “alternativlos” – Offenbarung einer undemokratischen Einstellung.

An Merkels Stuhl wird schon fleißig gesägt. Sie wird vermutlich einmal genauso unrühmlich abgetreten werden wie Kohl und Schmidt und Adenauer. SPD und Schulz machen vor, wie es geht.

Für AfD & Co kann es gegenwärtig gar nicht besser laufen. Und daran wird auch unser neuer Heimatminister Seehofer nichts ändern…

Ergänzung:
Abschied vom EU-Parlament – Schulz startet durch
Martin Schulz, der Multimillionär

S&P – Baisse voraus?

Klaus G. Singer : 05.02.2018 16:39 : Allgemein, Newsletter

Der S&P 500 hat in den zurückliegenden fünf Handelstagen 3,9% verloren. Ist das im historischen Kontext viel oder wenig? Sind das nur Gewinnmitnahmen in einem ansonsten intakten Bull-Run? Oder steckt darin der Keim einer Baisse bei Aktien?
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US-Aktien in der Fahnenstange

Klaus G. Singer : 28.01.2018 16:08 : Allgemein, Newsletter

Die US-Aktienmärkte gehen in einen exponentiellen Verlauf über. Eine solche Fahnenstangen-Situation ist oft kennzeichnend für die letzte Phase eines Bull-Runs. Gut für die, die schon länger dabei sind, in solchen Phasen werden die schnellsten Gewinne erzielt. Schlecht für die, die bisher an der Seitenlinie standen und sich jetzt selbst in den Markt drängen. Während die einen tief kaufen und hoch verkaufen, machen es die anderen umgekehrt, sie kaufen hoch und verkaufen tief.
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Eurokrise – ein weiterer technokratischer Vorstoß

Klaus G. Singer : 24.01.2018 13:49 : Allgemein, Notizen

Vor einigen Tagen wurde von bekannten Volkswirten ein „konstruktiver Vorschlag zur Reform des Euroraums“ veröffentlicht. U.a. waren Ifo-Chef Fuest und DIW-Präsident Fratzscher daran beteiligt.
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SPD – Selbstmord auf Raten

Klaus G. Singer : 22.01.2018 16:48 : Allgemein, Un-wirtschaftlich

Die SPD hat sich mit knapper Mehrheit dazu durchgerungen, Verhandlungen mit der CDU/CSU aufzunehmen, um erneut eine große Koalition zu bilden. Der langweilige Eurokrat Martin Schulz, so charismatisch wie ein Besenstiel, brauchte Schützenhilfe einer Frau Nahles. Nahles? Die, die nach der Bundestagswahl in Richtung Merkel-Partei sagte, jetzt kriegen sie eins in die Fresse.
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2018 – Wachstumsphantasien prägen den Ausblick

Klaus G. Singer : 14.01.2018 15:20 : Allgemein, Newsletter

Ein Jahreswechsel ist häufig ein Anlass für Rück- und Ausblick – nicht nur bei vorsatzschwangeren Silvesterpartys mit billigem Sekt. Nicht selten starten in den Finanzmärkten um diese Zeit neue Trends, oftmals zeichnen sie sich schon im Verlaufe des Dezember zart ab.
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Für eine Minderheitsregierung

Klaus G. Singer : 27.11.2017 16:25 : Notizen, Un-wirtschaftlich

Mit Merkel, Schulz und Seehofer sind CDU, SPD und CSU bei der zurückliegenden Bundestagswahl vom Wahlvolk abgestraft worden, sie haben jeweils das schlechteste Ergebnis in über sechs Dekaden eingefahren. Aber statt Konsequenzen zu ziehen und das Feld zu räumen, kleben sie auf ihren Positionen.
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Absurditäten

Klaus G. Singer : 26.11.2017 13:44 : Allgemein, Newsletter

Der S&P 500 hat in dieser Woche die Psycho-Marke von 2600 erreicht und leicht überschritten. Nichts scheint diesen Stellvertreter und Leitwolf für die Aktienbörsen weltweit bremsen zu können. Er hat sich damit seit 1988 mehr als verzehnfacht.
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Warum gibt es negative Zinsen?

Klaus G. Singer : 23.11.2017 21:47 : Notizen

Vor 2008 galt es als normal, dass Zinsen positiv sind. Heutzutage reichen die Renditen mancher Staatsanleihen bis in den negativen Bereich. Es gibt sogar Anleihen von nicht einmal besonders hoch gerateten Unternehmen, bei denen die Rückzahlung bei regulärer Fälligkeit geringer ausfällt als dem Nennbetrag entspricht.
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