Fed – Geldflut und kein Ende

Die aktuelle Geldflut der Fed gibt Anlass genug für einen kurzen Rückblick auf vier Dekaden Fed-Geschichte.

Beginnend mit Alan Greenspan, der 1987 den Fed-Vorsitz übernahm, sehen wir eine immer lockerere Geldpolitik und immer weiter sinkende Zinsen. Das erzeugte eine Reihe von Assetpreis-Blasen, wie etwa die Hauspreisblase vor 2008. Jeweils verstärkend kamen regulative „Fehler“ und ein moralisch bankrottes Finanzsystem hinzu.

Mag sein, dass es Situationen zu Beginn von Krisen gibt, in denen Liquiditätsspritzen von Zentralbanken nötig sind. Aber anschließend blieben die Zinsen stets viel zu lang viel zu tief, was die Ungleichheit bei der Entwicklung von Einkommen und Vermögen verstärkt, Misallokationen von Kapital fördert und den Grundstein für neue Blasen legt. Die zunehmende Finanzialisierung des Geschäftslebens verschiebt auch den Anreiz für das Management von Unternehmen weg von der Maxime, Umsatz und operativen Gewinn zu mehren, hin zur Steigerung der Aktienkurse. Schließlich verdienen CEOs & Co über Optionen als Gehaltsbestandteile daran mit.

Der Mann an der Spitze der Fed vor Greenspan war Paul Volcker. Er war zuletzt dadurch bekannt geworden, dass er die Schaffung immer neuer Finanzkonstuktionen wieder und wieder gegeißelt hat und feststellte, die einzige wirkliche Innovation der Finanzindustrie in den zurückliegenden drei Dekaden sei die Erfindung des Geldautomaten.

Volcker ist Anfang Dezember mit 92 Jahren gestorben. Er kam im August 1979 an die Spitze der Fed und bekämpfte alsbald mit massiven Zinssteigerungen erfolgreich die ausufernde Inflation (bis zu 15%).

Unter Volckers Ägide kam es somit zu einer der wenigen Sternstunden in der hundertjährigen Geschichte der Fed, in der die Zentralbank tatsächlich ihrer gesetzlichen Aufgabe nachkam, für Preisstabilität zu sorgen und wirtschaftlichen Fehlentwicklungen gegenzusteuern.

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