S&P 500 unter Allzeithoch

Der S&P 500 befindet sich seit Mitte August in einer volatilen Seitwärtsbewegung. Auf der Oberseite deckeln die Hochpunkte aus September 2018, auf der Unterseite stützt die EMA200. Am Donnerstag ist der Index mit einem Gap-up über die EMA50 gestiegen und kann sich auch am zurückliegenden Freitag per Schlusskurs (2926) darüber halten.

Unterhalb von 2950 liegen statische Widerstände, darüber fehlt nicht mehr viel bis zum Allzeithoch bei 3026. Der Psychopegel bei 3000, beziehungsweise dieses Allzeithoch dürften übergeodnet schwer zu überwindende Hürden darstellen. Ein nicht nachhaltiger Ausbruch (Blowoff) darüber hinaus erscheint dabei aber wahrscheinlich.

Vom technischen Hintergrund positiv für die Bullen ist, dass der die Marktbreite messende TRIN-Index zunächst einen Boden gefunden hat. Auch die Advance/Decline-Linie, die die tägliche Anzahl von steigenden und fallenden Aktien ins Verhältnis setzt, zeigt bullische Avancen. Die Auswertung beider Zeitreihen zeigt einen frischen bullischen Status. Hinzu kommt, dass zum Ende der zurückliegenden Woche die Volumenverteilung auf Akkumulation umgeschaltet hat, die auf steigende Aktien entfallenden Volumina übersteigen diejenigen auf fallende Aktien.

Der folgende Chart zeigt das auf der Startseite angezeigte zusammengefasste Ergebnis der täglich aktualisierten Marktindikatoren. Deutlich zu erkennen, dass sich das summarische Bild seit Mitte August aufzuhellen beginnt.

Das unterstützt das kurzfristige Chartbild des S&P 500. Schafft es der Index, sich über 2950 festzusetzen, dürfte auch das Allzeithoch aus Ende Juli erreicht werden. Gibt es weiteren, wenn auch noch so lauen Rückenwind (oder zumindest kein Störfeuer) vom Verlauf der Verhandlungen im Handelsstreit USA-China, wären über dem Allzeithoch verschiedene dynamische Ziele anzupeilen, u.a. zwei Aufwärtslinien. Eine (grün) markiert die Unterseite des Aufwärtskanals aus November 2016. Die 38er Extension des Bullruns seit Jahresbeginn liegt bei 3130, die 50er Extension bei 3200 (Chartquelle).

Wie sich der S&P 500 entwickelt, wenn er sein bevorzugtes Szenario auf der Oberseite abgearbeitet hat? Ich gehe davon aus, dass es dann eine Serie von kräftigen Gewinnmitnahmen geben wird, die zu einer Korrektur des Aufwärtsimpulses von der Jahreswende führen. Es sollte damit gerechnet werden, dass hierbei recht zügig das 62er Retracement bei 2575 angelaufen wird (das 50er Retracement liegt bei rund 2650). Bei 2575 verläuft auch das 38er Retracement der Aufwärtsbewegung aus November 2016, als der S&P 500 mit Rückenwind der Wahl von Trump zum US-Präsidenten in die Dow-Phase des spekulativen Exzesses eintrat.

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