Am Dollar hängt’s

US-Präsident Trump hat sich zuletzt nicht nur über die seiner Meinung zu hohen Zinsen beklagt, sondern auch über die Stärke des US-Dollar. Ein fester Dollar verschlechtert die US-Wettbewerbsposition im Export, aber er vermindert auch das Interesse ausländischer Investoren, US-Staatsanleihen zu kaufen. Das wirkt tendenziell Zins-steigernd. Der Dollar-Index reagierte prompt auf das Kommando seines Präsidenten, er gab von 97 in der Spitze bis auf gut 95 nach (Chartquelle).

Gleichzeitig haben sich die Rohstoffpreise auf breiter Front erholt, Kupfer fand Halt am 50er Retracement des Anstiegs seit Oktober 2016, sowie einem statischen Support-Pegel. Auch der Goldpreis dürfte übergeordnet nun weitere Stärke ausbilden, nachdem der Bereich um 1170 Dollar gehalten hat. Diese Rahmenbedingungen unterstützen die Annahme, dass der Dollar-Index weiter abwärts tendiert.

Dazu passt auch, dass die Benchmark-Rendite der zehnjährigen TNotes, eine (nicht ganz typische) SKS-Formation ausgebildet haben; die Schultern sind nicht ganz sechs Monate auseinander. Es fehlt noch die Bestätigung, dass die leicht steigende Nackenlinie nach unten durchbrochen wird. Eine Entscheidung dürfte in den nächsten Tagen fallen.

Kommt es zu weiter sinkendem Dollar-Index und im günstigen Fall zu gleichzeitigem Druck auf die langfristigen Zinsen, stünde einer anhaltenden bullischen Bewegung bei Aktien nicht viel im Wege. Der S&P 500 hatte Mitte August intraday ein Tief bei 2803 ausgebildet, oberhalb der EMA50. Am zurückliegenden Freitag wurde ein frisches Allzeithoch erreicht, zwei Punkte mehr als am 26. Januar (Chartquelle). Zugleich markierte auch der Russell 2000, der Index für niedrig kapitalisierte Werte, ein neues Rekordhoch. Der NDX zeigte relative Stärke.

Es ist zwar durchaus möglich, dass der Index gleich weiter durchstartet, wenn auch nicht wahrscheinlich. Technisch unterstützend dürfte wirken, dass die Volumenverteilung an der NYSE seit einigen Tagen in überdehnter Distribution steckt. Zudem trocknet das durchschnittliche tägliche Volumen immer weiter aus (was auch saisonal bedingt ist). Die ADL zeigt einen frischen bullischen Status. Die Stimmung nach VIX und PCR hellt sich auf. Ich setze für die nächsten Tage auf eine Seitwärtsbewegung des S&P 500, auch ein Absacken bis auf 2820 wäre ohne technischen Schaden drin.

Die fraktalen Oszillatoren der TimePatternAnalysis zeigen leichte Dominanz linearer Faktoren, üblicherweise ein Hinweis auf eine stabilere Richtung. Wohin? Die kontraktiven Muster haben vor einigen Tagen einen oberen Wendepunkt ausgebildet. Es liegt nahe, dass die eingeleitete expansive Entwicklung übergeordnet weitergeht und insbesondere auch Aktienkurse begünstigt.

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