S&P 500 erreicht runde 2.500

Der S&P 500 hat zum Ende der Woche die Marke von 2.500 erreicht. Solche runden Zahlen sind zwar technisch unbedeutend, sie haben aber eine gewisse Werbewirkung. Vor allem private Anleger fühlen sich dann häufig unter Druck, einzusteigen, um den Zug nicht zu verpassen, den sie längst verpasst haben. Der September wird jedenfalls seinem Ruf als saisonal schwacher Monat bisher nicht gerecht.

Ich schließe aus der neuesten Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern, dass ihr großer Optimismus hinsichtlich weiterem Wirtschaftswachstum gepaart mit nach wie vor recht hohen Cash-Beständen die Aktienkurse recht gut nach unten abgesichert. Dies ist in Zusammenhang damit, dass viele Profis eine Aktienblase kommen sehen, für mich ein Hinweis darauf, dass es in den nächsten Monaten zunächst noch eher zu einer Blow-off-artigen Bewegung kommt als (jetzt schon) zu einer scharfen, ausgedehnten Korrektur (oder sogar einem Bär-Markt). Möglicherweise sind davon europäische Aktien besonders betroffen, weil der „Optimismus“ hinsichtlich Euro im historischen Vergleich weiter hoch ist.

Eine Rezession in den USA dürfte zumindest in den kommenden sechs Monaten ziemlich unwahrscheinlich sein. Ich hatte dies u.a. hier begründet. Zusätzliche Wachstumsimpulse ergeben sich über den Tag hinaus aus der Behebung der Schäden der Wirbelstürme im Süden der USA.

Was den weiteren Verlauf von Euro/Dollar angeht, so halte es für wahrscheinlicher, dass sich das Währungspaar übergeordnet noch weiter nach oben orientiert. 1,25 dürfte ein wichtiger Pegel sein, an dem es zunächst einmal nicht weiter gehen dürfte. Dem dürfte in etwa ein Stand im Dollar-Index von etwa 87 entsprechen, aktuell notiert er beí knapp 92. Wenn die seit April anhaltende Dynamik bei Euro/Dollar weiter Bestand hat, dürfte der Pegel von 1,25 Ende November erreicht werden – siehe hier!.

Beim DAX lassen sich drei Aufwärtskanäle ausmachen. Einer kommt von 2009 her, er ist im folgenden Chart mit dicken grünen Grenzen markiert. Ein steilerer (dünne grüne Linien) geht auf den Herbst 2011 zurück, als die Eurozone unterzugehen schien und die EZB im Dezember 2011 und Februar 2012 zwei LTROs aufgelegt hat. Der dritte, noch steilere Aufwärtskanal stammt aus dem Frühjahr 2016, er ist mit dicken, dunkelblauen Grenzen gezeichnet. Eine Nagelprobe für den weiteren Verlauf des Index dürfte stattfinden, wenn es darum geht, die Obergrenze des Aufwärtskanals aus Herbst 2011 aufzuhebeln (Chartquelle).

Gold (in Dollar) hat sich zuletzt gut entwickelt, in der Spitze 11% seit Anfang Juli kann sich sehen lassen. Allerdings konnte das Edelmetall die Marke von 1350 nicht überwinden, ein Rückfall auf 1300 ist wahrscheinlich. Wird dieser Pegel signifikant verletzt, trübt sich das Bild schnell ein. Weitere Dollar-Schwäche sollte Unterstützung geben (Chartquelle).

Auch sinkende Bond-Renditen unterstützten die Goldpreisentwicklung zuletzt. Sollte das in der jüngsten BofA-Umfrage bei Bond-Managern festgestellte Vorzugs-Szenario einer Kombination von Wirtschaftswachstum und mäßiger Inflationsentwicklung Bestand haben, dürfte die Bond-Renditen nun allerdings wieder eher steigen, nachdem kürzlich der Pegel bei 2% erreicht wurde und gehalten hat. Im großen Rahmen entwickeln sich die Kurse von Aktien in Gestalt des S&P 500 gegenüber Bonds (10-jährige US-TNotes) zuletzt seit Mitte 2015 besser (siehe mittlerer Chartteil). Sollte die Inflation innerhalb der nächsten sechs Monate Fahrt aufnehmen, wie nicht wenige Fondsmanager in der jüngsten BofA-Umfrage meinen, gäbe das Renditesteigerungen zusätzliche Nahrung – und würde auch ein Blowoff-Szenario bei Aktien stützen.

Wie schon thematisiert, fokussieren die großen Spieler an den Finanzmärkten, wie und wann die US-Steuerreform kommt, eines der drei zentralen Vorhaben von Trump. Je schöner man davon träumen kann, je mehr kurstreibende Wirkung geht davon gegenwärtig aus. Kurzfristig rückt jetzt erst einmal das nächste Fed-Treffen in den Mittelpunkt. Ein Zinsschritt wird nicht erwartet, die Fed wird allerdings wohl Details zu ihrem Vorhaben bekannt geben, ihre Bilanz zu verkürzen. Das kann zwar zu kurzfristiger Verstimmung bei den Bullen führen. Es wird aber nicht erwartet, dass die Fed hier einen aggressiven Kurs einschlägt.

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