Chip-Markt kommt 2014 auf 330 Mrd. Dollar

Der deutsche Halbleitermarkt wird in diesem Jahr um 7,2% auf 11,3 Mrd. Euro wachsen und damit nach Aussage von Stephan zur Verth, Vorsitzender der Fachgruppe Halbleiter-Bauelemente im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems, das Vorkrisenniveau von 2007 zum ersten Mal deutlich überschreiten. 2012 war der deutsche Halbleitermarkt um 5,3% auf 9,87 Mrd. Euro eingebrochen, nachdem er 2011 nur ein geringes Wachstum von 0,9% auf 10,41 Mrd. Euro Umsatz verzeichnet hatte. Für 2015 erwartet zur Verth ein Wachstum von knapp 5% auf fast zwölf Mrd. Euro.

Der europäische Halbleitermarkt wächst im laufenden Jahr voraussichtlich um 6,5% auf etwas über 36 Mrd. Dollar. Bereits 2013 hatte er um 5,2% auf fast 34 Mrd. Dollar zugelegt. 2015 soll der europäische Halbleitermarkt um über 3% auf gut 37 Mrd. Dollar wachsen, erwartet zur Verth. Somit entwickelt sich der deutsche Markt weiterhin stärker als der europäische.

In Deutschland liegt das größte Marktsegment Automobilelektronik 2014 voraussichtlich bei einem Marktanteil von 43%. Es weist mit plus zehn Prozent auf 4,9 Mrd. Euro das größte Umsatzwachstum der Segmente auf. Die Industrieelektronik hat 2013 die Datentechnik als zweitgrößtes Marktsegment abgelöst, im laufenden Jahr wird ihr Marktanteil bei einem Umsatz von plus 6% auf 2,8 Mrd. Euro 24,3% betragen. Die Datentechnik wächst als drittgrößtes Marktsegment ebenfalls um 6% auf 2,7 Mrd. Euro, ihr Marktanteil liegt bei knapp unter 24%. Die beiden kleinsten Marktsegmente Telekommunikation mit 7% Marktanteil, sowie Konsumelektronik mit zwei Prozent Marktanteil, haben ihren Umsatz jeweils um ein Prozent auf 0,7 bzw. 0,2 Mrd. Euro gesteigert.

Weltweit sind Automobil und Industrie übrigens die kleinsten Marktsegmente mit 8, bzw. 11%. Fast 40% der Chips gehen in die Telekommunikation. Auf europäischer Ebene hat die Telekommunikation einen Anteil von 19%, 18% entfallen auf Industrie, 29% auf Automobil.

Nach bisherigen Prognosen bringt das aktuelle Jahr ein weltweites Umsatzwachstum von 8% auf knapp 330 Mrd. Dollar. Jüngste Schätzwerte lassen sogar 9 bis 10% Umsatzwachstum erwarten. Im Jahr 2015 wird mit einer weiteren Umsatzsteigerung um vier bis fünf Prozent auf etwas über 345 Mrd. Dollar gerechnet. Das langfristige Wachstum des Halbleitermarktes liegt mittlerweile bei durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr.

1993 hatte die umsatzschwächste Region Asien/Pazifik 18% Weltmarktanteil. Sie hat sich bis 2013 zur umsatzstärksten Region mit 57% Marktanteil entwickelt, gewinnt jedoch kaum noch nennenswert Marktanteile hinzu. Der Anteil Amerikas stabilisiert sich derzeit bei 20% und ist die zweitstärkste Region. Japans Marktanteil war vor 20 Jahren mit 31% nahezu gleich groß wie der Anteil der damals mit 32% umsatzstärksten Region Amerika. Jetzt sind Japan und Europa mit jeweils einem Marktanteil von 11% die umsatzschwächsten Regionen. Europa, dessen Anteil in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist, hat gute Chancen, sich auf dem Niveau von rund 10% zu stabilisieren.

Laut der Marktforscher von ICInsights werden die Top-20-Chip-Hersteller ihren Umsatz 2014 um 9% erhöhen. Der Kreis wird weiterhin wenig überraschend von Intel angeführt. Auf Platz 2 und 3 folgen wie im Vorjahr Samsung und TSMC, die taiwanische Foundry wird gegenüber 2013 um 26% wachsen. Auf Platz 4 folgt Qualcomm, die milliardenschweren Lizenzeinnahmen sind dabei nicht berücksichtigt. Die neben ST Microelectronics anderen beiden Europäer Infineon und NXP können sich jeweils über ein überdurchschnittliches Wachstum in Höhe von 17% freuen. Infineon klettert von Platz 14 auf 13, NXP von 16 auf 14. AMD liegt noch auf Platz 15, das Unternehmen trennt fast 46 Mrd. Dollar Umsatz von Intel. Überdurchschnittlich wird auch Freescale wachsen und kommt mit plus 14% auf Platz 18 nach Platz 19 im Vorjahr. Dritter Verlierer nach ST Microelectronics und Renesas ist Toshiba. Der Umsatz wird voraussichtlich um 6% zurückgehen, was Toshiba von Platz 7 auf 8 sinken lässt. Schon 2013 hatte Toshiba 5% Umsatz eingebüßt und war von Platz 6 auf 7 gerutscht.

Der US-Halbleiterindex SOX befindet sich seit Mitte 2012 (damaliger Kurs rund 370) in einer klaren Aufwärtsbewegung. Allerdings wurde die untere Begrenzung des entsprechenden Aufwärtskanals Anfang Oktober mit einem Gap-down gebrochen, kurze Zeit später kehrte der Index aber dynamisch zurück. Vor kurzem wurde er an der Kanalobergrenze abgewiesen und steuert nun auf den statischen Support bei rund 650 zu.

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