IWF-WEO: Globale Erholung verbreitert sich

Der IWF schreibt in seinem jüngsten World Economic Outlook (WEO), die globale Erholung würde sich verbreitern, aber auf die Emerging Markets kämen neue Herausforderungen zu. Er prognostiziert jetzt ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,6% nach 3% in 2013. Für 2015 sollen plus 3,9% erreicht werden.

IWF-Chef-Volkswirt Blanchard sagte: ”Die Erholung, die im Oktober begonnen hat, wird nicht nur stärker, sondern auch breiter. Trotzdem sind wir weit von einer vollen Erholung entfernt. Jetzt steht die Normalisierung der Geldpolitik auf der Agenda.“

Trotz verbesserter Aussichten ist die Weltwirtschaft weiter fragil, heißt es. Bedeutende Risiken bleiben bestehen, als da sind: Das zu-Ende-führen der Reform des finanziellen Sektors, hohe Schuldenpegel in vielen Ländern, hohe Arbeitslosigkeit und Bedenken über die Verfassung der Länder der Emerging Markets. Neue Risiken kommen hinzu, etwa die anhaltend niedrige Inflation in den entwickelten Ländern, ein schwächerer Ausblick in den Emerging Markets und jüngste geopolitische Spannungen.

Ein bedeutender Impuls für das globale Wachstum kommt aus den USA, wo das jährliche Wachstum in 2014 und 2015 mit 2,75% über dem Trend prognostiziert wird. In der Eurozone haben sich die Aussichten ebenfalls positiv gewendet. Eine deutliche Reduzierung der staatlichen Austerität dürfte die Wachstumstendenzen verstärken. Nettoexporte in Regionen außerhalb der Eurozone haben den Turnaround unterstützt, genau wie die Stabilisierung der einheimischen Nachfrage. Trotzdem bleibt das Wachstum der Nachfrage angesichts der finanziellen Fragmentierung, stringenter Kreditbedingungen und hohen Unternehmensschulden schwach.

In Japan dürften die wirtschaftlichen Aktivitäten Unterstützung von Wachstumstreibern wie privaten Investitionen und Exporten bekommen. Trotzdem dürfte sich der Auftrieb etwas verlangsamen in Reaktion auf eine straffere Fiskalpolitik, die mit der Erhöhung der Konsumsteuer eingesetzt hat.

Die Emerging Markets und die sich entwickelnden Länder tragen weiterhin mehr als zwei Drittel zum globalen Wachstum bei. Ihr Zuwachs dürfte von 4,7% in 2013 in 2014 auf 4,9% steigen und in 2015 plus 5,3% erreichen. Das im Vergleich zu den entwickelten Ländern geringere Momentum reflektiert eine weniger günstige externe finanzielle Umgebung und in einigen Fällen auch anhaltend schwache Investitionen und andere hausgemachte strukturelle Engpässe. Stärkere Exporte in die entwickelten Länder dürften ihr Wachstum unterstützen.

Zu den Risiken geringer Infkation insbesondere in der Eurozone führt der IWF aus, dass dies zu einer Reduktion der Inflationserwartungen führt, was wiederum die Abwärtstendenz bei den Preisen bestärkt bis hin zu Deflation. Das steigert die Belastung durch den hohen Schuldenstand und damit könnte bei einem Schock-Ereignis ein Schulden-Deflations-Kreislauf in Gang kommen.

Bei den Emerging Markets sieht der IWF das Risiko, dass Kapital abfließen könnte, wenn Risiko-scheue Investpren in relativ attraktive Assets in den entwickelten Ländern umschichten. Mit der erwarteten Normalisierung der Geldpolitik in den USA könnte es zudem zu weiteren Ausbrüchen von Marktvolatilität kommen. In beiden Fällen wäre mit finanziellen Unruhen und erschwerter Anpassung an die veränderten Umstände zu rechnen, zudem besteht das Risiko einer Ansteckung.

Geopolitische Risiken sieht der IWF in den jüngsten Entwicklung in der Ukraine. Das könnte eine Risiko-Aversion in den Finanzmärkten verstärken und zu Störungen bei Handel und Finanzen führen, wenn Sanktionen und Gegen-Sanktionen intensiviert werden.

Der IWF warnt davor, in den entwickelten Ländern die geldpolitischen Lockerungen zu früh zurück zu nehmen. In der Eurozone wird eine Verstärkung der geldpolitischen Lockerungen empfohlen, auch durch unkonventionelle Maßnahmen seitens der EZB. In Japan müsse der „dritte Pfeil“ der Abenomics in Form von strukturellen Reformen abgeschossen werden.

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