China: Rekord bei Unternehmensschulden

Die chinesischen nicht-Finanz-Unternehmen sitzen per 2013 auf Schulden in Höhe von etwa 12 Bill. Dollar. Das entspricht 120% des BIP, schreibt Thomson Reuters. Analysten erwarten zwar nicht so bald eine Kreditkrise, sagen aber, dass die Unternehmen in den am stärksten verschuldeten chinesischen Sektoren Assets verkaufen und Zusammenschlüsse anstreben, um eine Pleite zu vermeiden.

Zu diesen Sektoren zählen Maschinenbau, Transportmittel, Logistik, Bau und Stahl. Staatliche Elektrizitätswerke und Firmen für Baumaterialien melden per Ende September doppelt so viele Schulden wie Eigenkapital. Bei den Transport- und Logistik-Unternehmen beträgt das Verhältnis 85%.

Wegen der knapperen Liquidität gehen die Schuldzinsen bereits hoch, wird Christopher Lee von Standard and Poor’s Rating Services in Hong Kong zitiert. Er erwartet weitere Konkurse. In Fällen, in denen Unternehmen bankrott gehen, würden einheimische Anleihebesitzer in der Regel ausbezahlt und genießen so Vorrang vor anderen Gläubigern. Auch Stephen Green, China Research bei der Standard Chartered Bank, sagt: “Langsameres Kreditwachstum und höhere Zinsen lassen ein schwieriges Jahr erwarten.“

China versucht, Unternehmens-Pleiten möglichst zu verhindern, insbesondere von Staatsbetrieben. Dahinter steckt auch die Furcht vor sozialen Unruhen, die durch Massenentlassungen ausgelöst werden könnten.

China hatte nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 über staatliche Aufträge vier Bill. Yuan (ein Dollar gleich 6,1 Yuan) in die Wirtschaft gepumpt. Viele Firmen haben danach stark in Projekte mit geringem Gewinnbeitrag investiert. Gemäß einer Analyse von Thomson Reuters sind die Schulden von 945 mittleren und großen nicht-Finanz-Unternehmen zwischen Dezember 2008 und September 2013 um mehr als 260% angewachsen.

Das „Deleveraging“ der mittleren und großen Unternehmen hat zwar in der zweiten Jahreshälfte 2013 begonnen, aber wegen des schnellen Wachstums der Verschuldung und der geringen Profitabilität ist es schwierig, gegenzusteuern.

Der Spread zwischen Zinsen von AA- und AAA-gerateten fünf-Jahres-Bonds chinesischer Unternehmen hat sich in den zurückliegenden Wochen verdoppelt, nachdem er zuvor jahrelang auf niedrigem Niveau konstant geblieben war.

Die Interbank-Zinsen (Chart-Mitte) steigen seit 2010, was u.a. in Zusammenhang mit der seit Mitte 2012 konstanten „Benchmark Interest Rate“ (Chart oben) ein Hinweis auf zunehmende Friktionen im Finanzsystem ist.

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