Flash-PMIs – langsam, holprig, fragil

Der Flash Composite Purchasing Managers‘ Index (PMI) von Markit fällt in der Eurozone im Oktober auf 51,5, nachdem er im September bei 52,2 ein zwei-Jahres-Hoch markiert hatte.

„Es gibt Anzeichen, dass die Erholung (…) ziemlich genau dem entspricht, was die EZB erwartet – sie ist langsam, holprig und fragil,” kommentiert Chris Williamson, Chef-Volkswirt bei Markit. Die Umfrage deutet immer noch auf ein BIP-Wachstum von 0,1 bis 0,2% in diesem Quartal hin, sagt Williamson weiter.

In Frankreich, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, gingen die Fertigungsaktivitäten beschleunigt zurück. Das Wachstum des in der Eurozone dominanten Dienstleistungssektors ließ deutlich nach, der entsprechende PMI fiel von 52,2 im September auf jetzt 50,9. Der Sub-Index für den industriellen Output der Eurozone stieg hingegen leicht von 52,1 auf 52,9.

Die weiterhin recht schwache Nachfrage brachte weitere Entlassungen mit sich. Der 22. Jobabbau in Folge in der Eurozone fiel etwas stärker aus als im September.

Die Eurozonen-Inflation liegt per September mit 1,1% auf einem 3½-Jahres-Hoch. Der Output-Preis-Index von Markit steigt im Oktober leicht von 48,9 auf 49,2.

Der Flash-PMI der USA notiert im Oktober bei 51,1 nach 52,8 im September, das ist der tiefste Wert seit einem Jahr. Der Output kontrahierte zum ersten Mal wieder seit September 2009 – der Wert fiel auf 49,5 nach 55,3 im September.

Chris Williamson, Markit kommentiert: „Der Flash PMI gibt einen ersten Einblick wie die Geschäfte vom Regierungs-Shutdown betroffen sind. (…) Allerdings ist es noch zu früh, die Auswirkung auf die BIP-Entwicklung in Q4 abzuschätzen. (…) auch ist es kaum möglich, vorherzusehen, inwieweit die Geschäfte im November wieder besser laufen.“

Und weiter: „Die Fed wird gleichermaßen unsicher sein über die zugrundeliegende Verfassung der Wirtschaft und wird ohne Zweifel sehen wollen, dass sich die Wirtschaftsdaten stabilisieren. Es könnte bis zum Jahreswechsel dauern, bis irgendwelche definitiven Entscheidungen hinsichtlich Geldpolitik getroffen werden.“

Das Wall Street Journal bringt folgende Grafik, die sehr deutlich die „zwei Geschwindigkeiten“ in den USA und in der Eurozone seit Anfang 2008 zeigt.

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