Frachtraten – Bild hellt sich etwas auf

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Das Bild des Baltic Dry Index hat sich in den zurückliegenden Tagen mit einem dynamischen Anstieg über den Widerstandspegel oberhalb 1.100 aufgehellt.

Den genannten Pegel hatte der Index Anfang 2012 nach unten durchstoßen und seither nicht zurückerobern können. Der Ausbruch ist auch deshalb signifikant, weil eine Abwärtslinie aus November 2009 überwunden werden konnte.

Der „Baltic Dry“ gibt die Frachtraten für „Schüttgüter“ wider. Mithin hat er eine gewisse Aussagekraft für den Bedarf an Rohstoffen wie Kohle, Erz, Öl usw., also Rohstoffe, die erst noch in den nachgeschalteten Fertigungsstufen veredelt werden müssen, bevor sie in die Produktion von Waren für die Endmärkte eingehen können. Er dürfte der wirtschaftlichen Entwicklung um sechs (bis neun) Monate vorauslaufen.

Der Harpex-Index (Chart von Harper Petersen & Co) bewegt sich seit Anfang 2013 in einem Aufwärtsdreieck, dessen obere Begrenzung bei knapp 470 verläuft. Aktuell notiert er bei rund 410. Im größeren Bild befindet sich der Index unter einer Abwärtslinie aus 2005, die im Frühjahr 2014 auf den genannten Pegel bei knapp 470 trifft.

Der Harpex verzeichnet die Raten für Container-Fracht und damit hängt seine Entwicklung nachfrageseitig im wesentlichen am Bedarf für Lieferungen von Fertig-, oder Halbfertigwaren. Er läuft dem Baltic Dry entsprechend etwa vier (bis sechs) Monate hinterher und weist gegenüber der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nur einen geringen Vorlauf auf.

Versucht man aus den beiden Frachtraten-Indices einen Hinweis auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung zu gewinnen, so ergibt sich ein Bild von auf relativ niedrigem Niveau zunehmender Handelsaktivität und damit ein Hinweis auf moderates Wachstum.

Allerdings darf bei den Frachtraten die Angebotsseite nicht vernachlässigt werden. Diese entwickelt sich aufgrund der Schiffsgrößen recht diskontinuierlich. Ohne genauere Infomationen über das Angebot an Schiffs-Transportkapazität sollten makroökonomische Schlüsse aus den Frachtraten mit Vorsicht gezogen werden.

Anmerkung:
Seit Juni 2011 wird der „Welthandelsindex“ veröffentlicht, der nach Überzeugung seiner Autoren von der Vermögensverwaltung Dr. Markus C. Zschaber als „Kompass der Weltkonjunktur“ gilt. Der Index zeigt oberhalb von 50 Punkten einen wachsenden Welthandel inmitten einer expandierenden Gesamtwirtschaft an. Unterhalb des Niveaus von 50 weist er auf eine schrumpfende Welthandelsaktivität hin – unterhalb von 45 ist eine deutliche Kontraktion der Gesamtwirtschaft zu erwarten. Der Index notiert seit seinem Start über 50, aktuell zeigt er einen Wert von 68,2.

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