US-Arbeitsmarktbericht: Sehr schwach

Der US-Arbeitsmarkt-Bericht für August ist äußerst informativ – nicht nur, was die reinen Zahlen angeht.

Die US-Wirtschaft hat im August 169.000 Arbeitsplätze neu geschaffen. Gut, es waren 180.000 erwartet worden. Aber was sind das für Arbeitsplätze? Z.B.: 44.000 neue Verkäuferinnen und Verkäufer im Einzelhandel, 33.000 neue Beschäftigte in den Bereichen „health care“ und „social assistance“, das Heer der Barceeper, Kellner und Kellnerinnen darf sich über einen Zuwachs von 21.000 freuen. Geschäftliche Dienstleistungen expandierten um 23.000 Arbeitsplätze. In der Automobil-Fertigung wurden gerade mal 19.000 neue Stellen geschaffen.

Damit setzt sich das fort, was Paul C. Roberts vor einigen Monaten anmerkte: Die USA haben mehr Hotel-Bedienstete, Barkeeper und Kellner als Arbeitskräfte in der Fertigungsindustrie. Und sie haben doppelt so viele bei der Regierung wie in der Fertigung Beschäftigte.

Die Zahl der im Juli neu geschaffenen Stellen wurde von 162.000 auf 104.000 gravierend abwärts revidiert. Damit wurden in den zurückliegenden drei Monaten im Mittel 148.000 Stellen neu geschaffen, in den zurückliegenden sechs Monaten waren es 160.000, in den zurückliegenden 12 Monaten waren es 184.000 im monatlichen Mittel. “That looks to me like a downward trend, no two ways about it. It’s certainly not the gradual acceleration that most mainstream economists have forecast as 2013 advances and the impact of tighter fiscal policy fades,” schreibt die Washington Post dazu.

Die Arbeitslosenquote ist im August um 0,1% auf 7,3% zurückgegangen. Ein gutes Zeichen ist jedoch auch das nicht, denn 516.000 Arbeitssuchende haben aufgehört, nach Arbeit zu suchen. Genau das hat die Quote gedrückt.

Die “labor force participation rate” fällt im August auf 63,2%. Zur “labour force” zählen alle, die Arbeit haben oder ernsthaft danach suchen. Diese „labour force“ ins Verhältnis gesetzt zur Bevölkerungszahl im arbeitsfähigen Alter ergibt die “labor force participation rate”. Diese liegt jetzt wieder auf dem Niveau von 1978.

Die Zahl der Teilzeit-Kräfte liegt immer noch fast doppelt so hoch wie vor der Finanzkrise. Auch das ist kein Zeichen eines robusten Arbeitsmarktes.

Der folgende Chart zeigt, wie über die zurückliegenden 12 Monate die Teilzeit-Arbeitsplätze an Bedeutung gewonnen haben.

Gold und der US-Hausbau-Index HGX haben auf den Arbeitsmarktbericht am Freitag mit starken Aufschlägen reagiert, TBonds waren wieder gesucht, Aktien mit ausgeprägtem intraday-Swing. Scheint so, als ob einige Marktteilnehmer damit rechnen, dass die Fed die Reduktion ihrer QE-Maßnahmen herausschiebt oder zumindest deren Geschwindigkeit verlangsamt.

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