USA: Verschuldung und Krise der Arbeitseinkommen

Wie stellt sich die Schuldensituation in den USA aktuell dar? Gemessen an der Gesamtverschuldung („Total Credit Market Outstanding”) liegen die Gesamtschulden der USA auf Rekordniveau. Sie erreichen relativ zum BIP per Q1/2013 275% oder 57 Bill. Dollar. Von „Deleveraging“ keine Spur!

Auffallend ist, dass die Nicht-Finanz-Unternehmen mittlerweile mit 9% p.a. die höchste Zuwachsrate bei der Verschuldung verzeichnen. Die Haushalte scheinen ihre ohnehin nur mäßige Entschuldung zu beenden, die öffentliche Verschuldung zeigt sinkende Zuwächse.

Mit 120% des BIP machen die gesamten öffentlichen Schulden nach wie vor den größten Anteil an der Gesamtverschuldung aus, gefolgt von den Haushalten mit fast 92% und den nicht-Finanz-Unternehmen mit gut 63%.

Was den Anteil der einzelnen Einkommenskategorien am BIP angeht, so setzen die Arbeitseinkommen ihren seit 1970 anhaltenden Sinkflug fort. Damals lag ihr Anteil bei fast 54%, aktuell sind es 44%. Die staatlichen Transferleistung pendeln sich bei rund 15% des BIP ein, 1960 lagen sie noch bei 6,5%.

Die Unternehmensgewinne kommen aktuell auf 11% des BIP, 1970 lagen sie bei 4,6%. Bei den Unternehmensgewinnen sind die Finanzunternehmen der eindeutige Gewinner – in der betrachteten Zeitspanne legten sie um 261% zu, die nicht-Finanz-Unternehmen kamen auf lediglich plus 40%.

Der im folgenden Chart gezeigte simple „Trouble-Indikator“ zeigt zwar aktuell noch kein verschuldungsbedingtes Ungemach. Aber der Trend (gelbe Linie im oberen Chart) weist eindeutig auf die Gefahr eines solchen hin. Der Indikator wertet die Wachstumsraten des nominalen BIP und der Gesamtverschuldung aus.

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