Industrielle Bildverarbeitung zu neuem Rekord

Der Branchenumsatz der industriellen Bildverarbeitung in Deutschland erreichte 2012 fast den bisherigen Spitzenwert von 2011. Das ergab die aktuelle Marktbefragung der VDMA-Fachabteilung „Industrielle Bildverarbeitung“, die im VDMA-Fachverband „Robotik+Automation“ angesiedelt ist.

Der Umsatz sank 2012 gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent von 1,51 auf 1,49 Mrd. Euro. Während das Inlandsgeschäft um 6% zurückging und die Lieferungen in die europäischen Länder um 12% nachgaben, stiegen die Exporte insgesamt weiter an. Die Exporte nach Asien erhöhten sich um 13% und übertrafen damit erstmals das Ausfuhrvolumen in die europäischen Länder. Mit einem Plus von 11% stiegen 2012 auch die Lieferungen nach Amerika stark an. Die Exportquote der deutschen Bildverarbeitungsbranche erhöhte sich insgesamt auf 55%, 3% mehr als 2011.

Nach starken Investitionen der Automobilindustrie in den Jahren 2010 und 2011 ging der Umsatz der industriellen Bildverarbeitung mit dieser Branche 2012 um fast 25% zurück. Mit einem Anteil von 21% bleibt die Automobilindustrie dennoch die wichtigste industrielle Anwenderbranche. Deutlich zulegen konnten mit plus 36% die Bereiche Pharma, Kosmetik und Healthcare, sowie die Gummi- und Kunststoffindustrie (+70%). Der Umsatz mit nichtindustriellen Anwendungen stieg um fast 9% an und übertraf mit einem Anteil von knapp 28% erstmals den Umsatzanteil der Automobilindustrie.

Das wachsende Anwendungsspektrum der industriellen Bildverarbeitung, ein weltweiter Trend zur Qualitätssicherung und Produktivitätssteigerung sowie die steigende Nachfrage aus Nordamerika und Asien geben der deutschen industriellen Bildverarbeitung auch 2013 Wachstumsimpulse. Die Branche erwartet für 2013 eine Steigerung des Branchenumsatzes um 5% auf knapp 1,6 Mrd. Euro.

Der VDMA ist der größte Industrieverband in Europa, er hat mehr als 3.100 Mitgliedsfirmen aus der Investitionsgüterindustrie und dem Maschinen- und Anlagenbau. Die industrielle Bildverarbeitung ist eine Schlüsseltechnologie bei Qualitätssicherung und Automatisierung. Unter Einsatz von Kameras werden berührungslos u.a. Prozesse gesteuert, Fehler bei Oberflächen und Formen gefunden, Maßhaltigkeiten geprüft, Baugruppen identifiziert und auf Vollständigkeit untersucht.

Nachtrag:
(24.4.14) Nach aktuellen Daten wurde 2013 das prognostizierte Wachstum des Branchenumsatzes um fünf Prozent auf knapp 1,6 Mrd. Euro erreicht. Aufgrund der guten Auftragslage erwartet die deutsche Bildverarbeitungsbranche auch 2014 ein Umsatzplus von 5% auf dann 1,64 Mrd. Euro. Nachfrage-Impulse sollen insbesondere aus Nordamerika und Asien kommen, schreibt der VDMA. Die Exporte nach Asien hatten sich zwischen 2008 und 2012 bereits mehr als verdoppelt und 2012 erstmals die in die europäischen Länder übertroffen. Im selben Zeitraum waren die Ausfuhren nach Amerika um 64% angestiegen, während die Lieferungen nach Europa weitgehend stagnierten.

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