Gold – Commercials bullisch

Die „Commercials“ -Teilnehmer am physischen Goldmarkt- sind so bullisch für den Goldpreis eingestellt wie seit fünf Jahren nicht mehr. Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen, dass diese Marktteilnehmer den Preisrückgang der vergangenen Monate zum Anlass nehmen, Futures-Kontrakte zu kaufen und Short-Positionen aufzulösen.

Wie ein Bericht von Euro Pacific Canada (h/t goldinvest.de) zeigt, stiegen die Positionen dieser „Commercials“ vom Tief bei netto fast 270.000 Short-Kontrakten im Oktober 2012 auf jetzt nur noch gut 84.000 Short-Kontrakte. Das ist eine Veränderung der Gesamtnettoposition um rund 185.000 Kontrakte.

Bei den anderen beiden Gruppen, deren Aktivitäten die CFTC untersucht, sieht es allerdings anders aus. Groß-Trader -vor allem Hedge-Fonds- halten netto derzeit knapp 84.000 Kontrakte. Das ist der niedrigste Wert seit dem Tief aus Oktober 2008. Euro Pacific Canada weist darauf hin, dass diese meist Trend-folgende Gruppe oft dann am negativsten eingestellt ist, wenn der Markt am Boden ist und am positivsten, wenn der Markt sein Hoch erreicht.

Die dritte Gruppe, kleine Trader, kontrolliert nur einen sehr kleinen Teil der Futures-Kontrakte, doch können ihre Aktivitäten dazu dienen, die Stimmung unter den Privatanlegern abzuschätzen. Historisch betrachtet standen sie an wichtigen Wendepunkten im Goldmarkt nach Euro Pacific Canada häufig auf der falschen Seite. Die Gruppe hält aktuell eine Nettoshortposition von rund 1.700 Kontrakten. Einen solch historisch extrem bearishen Wert konnte man zuletzt 2001 beobachten, als der Goldpreis kurz vor Beginn seiner mehr als ein Jahrzehnt andauernden Rallye stand.

Euro Pacific Canada schließt aus der aktuellen Situation, dass sich im Goldmarkt ein signifikanter Zwischen-Boden ausbildet. Das bedeute nicht notwendigerweise, dass der Goldpreis nicht noch weiter fallen könne, zeige aber, dass der aktuelle, ermäßigte Preis deutliches Kaufinteresse der Commercials geweckt hat.

Der Goldpreis notiert mittlerweile mehr als 500 Dollar unter seinem Hoch aus dem Sommer 2011. Eine wichtige Unterstützung liegt im Bereich 1320/1300.

Die Beziehung zwischen Goldpreis und Inflationserwartung legt nahe, dass die Inflation noch weiter nachlässt.

Das Verhältnis zwischen den Preisen von Gold und Silber tendiert eher zugunsten von Gold. Eine die relativ stärkere Entwicklung von Silber begünstigende Konjunkturentwicklung, wie sie zwischen September 2010 und April 2011 gespielt wurde, scheint gegenwärtig nicht vorzuliegen.

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