Gold vs Aktien – Gold vs Euro/Dollar

Wie entwickelte sich in den zurückliegenden Jahren Gold im Verhältnis zu Aktien (hier S&P 500), bzw. zu Euro/Dollar? Im folgenden Chart werden im Teil „Time-series mapped together“ die Original-Kursverläufe in einer Darstellung zusammengebracht. Im oberen Chart-Teil werden jeweils Gold (GLD) und S&P 500 (SPX), bzw. Gold und Euro/Dollar (ECW) in Beziehung zueinander gesetzt. Zwei Bänder grenzen jeweils den Bereich ein, innerhalb dessen die Zeitreihen als synchron laufend eingeschätzt werden.

Uns interessieren vor allem die Phasen, wo der „normale“ Gleichlauf gestört ist. In diesem Sinne war der Zeitbereich zwischen 2003 und Herbst 2006 unauffällig.

Im Herbst 2006 begann eine Phase relativer Underperformance von Gold zunächst gegen den S&P 500. Im Sommer 2007 traten die ersten heftigen Reaktionen auf die sich abzeichnende US-Immobilienkrise auf, was sich aber nicht dauerhaft bei „GLD vs SPX“ niederschlug. Im Herbst desselben Jahres markierte der S&P 500 sein bisheriges Allzeithoch. Mitte Oktober 2007 bildete das Verhältnis „GLD vs SPX“ einen Boden, ab Jahresbeginn 2008 kehrte es zurück in eine Phase relativen Gleichlaufs.

Ab September 2007 lief Gold auch gegen Euro/Dollar schwächer. Diese Phase endete im Oktober 2008 (Lehman-Pleite im September).

Im Oktober 2008 brach Gold gegen den S&P 500 nach oben aus, markierte die Spitze dieser Entwicklung früh im März 2009 und fiel schließlich Anfang August 2009 wieder in das neutrale Band zurück. Gold blieb fortan in dessen oberer Hälfte, was eine tendenziell bessere Entwicklung dokumentiert. Der nächste signifikante Ausbruch nach oben fand Anfang August 2011 statt, die Rückkehr in das neutrale Mitte kam im Dezember 2011. Aktuell scheint sich Gold auf den Weg zu machen, erneut aus der Synchronität mit dem S&P 500 auszubrechen.

Gold zeigte gegenüber Euro/Dollar zwischen Mai und Juli 2010 (Griechenland #1) signifikante Outperformance und dann wieder seit Anfang September 2011 bis heute.

Was lässt sich ableiten? Die „Beziehungskurven“ zeigen mit einem lokalen Extrem außerhalb (oberhalb) der neutralen Bänder jeweils recht genau die Punkte maximalen Stresses im Finanzsystem an (siehe die senkrechten blauen Linien!). So startete im März 2009 an den Aktienmärkten ein Bull-Run, der dem Crash seit der Lehman-Pleite im September 2008 ein Ende setzte. Zwischen Mai und Juni 2010 dominierte die Griechenland-Krise das Geschehen an den Finanzmärkten, der Gipfel war in der ersten Juni-Hälfte erreicht. Schließlich bildete sich die US-Schuldenkrise von Juli/August 2011 in einem scharfen Peak des Verhältnisses „GLD vs SPX“ ab. Die zunehmende Eurokrise schließlich prägt sich dadurch aus, dass Gold seit Anfang November 2011 konsistent besser läuft als Euro/Dollar.

Aus der Betrachtung wird deutlich, dass Gold seine Bezeichnung „Krisenmetall“ zu recht hat. Signifikante Outperformance von Gold zeigt heraufziehende krisenhafte Verwerfungen an. Umgekehrt zeigt signifikante Underperformance, dass die „Märkte“ sich in normalen („expansiven“) Zeiten sehen – „Business as usual“.

Für die aktuelle Situation dürfte folgendes gelten: Sollte jetzt auch „GLD vs SPX“ nach oben ausbrechen, ließe sich das als Bestätigung interpretieren, dass die US-Märkte von der Eurokrise erfasst (oder, je nach Sichtweise, vom gleichen Bazillus befallen) werden.

Der folgende Chart zeigt die aktuelle Situation bei Gold (in Dollar). Klar zu erkennen ist die wichtige Rolle, die der Pegel bei ~1620 hat, ebenso der bei ~1550. Die technische Lage verbessert sich nachhaltig, wenn die untere lange Aufwärtslinie überwunden wird (aktuell 1660).

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