Weihnachten 2011

Meine „Weihnachtsansprache“ ist nur kurz.

Ich hänge mich an einem Satz in der Erklärung von Bundespräsident Wulff zu seiner Verwicklung in der Finanzierung seines Hauses auf: „Persönliche Freundschaften sind mir gerade auch menschlich wichtig…“

Mit dem „gerade auch“ ist alles gesagt. Denn wofür sind persönliche Freundschaften noch wichtig außer „menschlich“, Herr Wulff?

Die Antwort ist aus meiner Sicht klar: Eben „gerade auch“ fürs Geschäft, für die eigene materielle Basis, fürs soziale Wohlbefinden, für den eigenen Platz in der Gesellschaft.

Der eigene Platz in der Gesellschaft – im Fall von Wulff möglichst weit „oben“ bei den „Mächtigen“. Das kann jeder halten, wie er will. Man kann mit dieser Haltung auch der „erste Mann im Staate“ sein. Aber nicht gleichzeitig der Bundespräsident aller Deutschen.

Die persönlichen Freundschaften haben Wulff wohl davon abgehalten, klare Stellung zu beziehen zu den zahlreichen drängenden Problemen unserer Gesellschaft. Sogar konservative Beobachter bescheinigen Wulff, ein schlechter Bundespräsident zu sein.

Wulff ist aus meiner Sicht als erster Mann im Staat ein Symptom.

Symptom für einen Staat, der verkommt zu einer „Demokratie“ genannten Veranstaltung, in der unter dem Deckmantel der Bewältigung aller möglichen Krisen die Dominanz der Finanzindustrie zementiert wird – nicht nur auf der wirtschaftlichen Ebene.

Schöne Feiertage und alles Gute für das Neue Jahr!

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