Frankreich – Metallkäufe gegen bar verboten

Dieser Tage bekam ich (elektronische) Post aus Frankreich. Der Verfasser machte mich auf folgenden interessanten Sachverhalt aufmerksam (herzlichen Dank dafür!):

Seit 1. September ist es in Frankreich verboten, Metalle per Bar-Geschäft zu handeln, wenn eine Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird. Metalle, das sind Eisen- und Nicht-Eisen-Metalle. Als Begründung wird angegeben, damit solle dem Diebstahl z.B. von Eisenbahnschienen und Elektrokabeln Einhalt gebieten. Der „Figaro“ nennt noch den Schmuckdiebstahl auf offener Straße, „Les Echos“ beziehen sich auf Kupferdiebstähle.

Aha! Gute Sache, oder? Kommt ja mittlerweile jeden Tag vor, dass irgendwer irgendwo Bahngeleise mitnimmt. Daher auch die ganzen Zugverspätungen…

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Gold und Silber werden zwar nicht ausdrücklich erwähnt in der Verordnung, aber ich denke, darauf zielt es ab. Der Staat möchte einen Überblick haben, wer Edelmetalle besitzt und natürlich möchte er wissen, wer bar bezahlt. Denn wer bar bezahlt – da liegt doch der Verdacht von Geldwäsche und Schwarzgeld nahe, sagt sich der Staat.

Solche Einschränkungen wie jetzt in Frankreich gibt es übrigens auch in einzelnen Staaten der USA. Hier müssen Gold-Transaktionen, die über einem Minimalbetrag liegen, gemeldet werden mit vollständigen Personalien. Zudem muss genau spezifiziert werden, in welcher physischen Form das Edelmetall gehandelt wurde.

Und in den Niederlanden hat sich dieser Tage folgendes zugetragen: Die dortige Zentralbank hat die Rentenkasse SPVG verpflichtet, innerhalb von zwei Monaten einen großen Teil ihrer Goldbestände zu verkaufen. 13% Goldanteil im Portfolio der Kasse – das war den Geldhütern nicht geheuer.

Alles bisher noch „kleine Nadelstiche“, nicht mehr und nicht weniger. „La grande confiscation ne fait que commencer,“ schreibt denn auch ein französischer Kommentator im Internet: Die große Konfiszierung hat gerade erst begonnen. Solche Verkehrskontrollen wie jetzt in Frankreich sind wohl die ersten Anfänge, ein Vorgeschmack.

Die Hortung aus Sicherheitserwägungen in Edelmetallen hat mittlerweile ein solches Ausmaß erreicht hat, dass es für den Staat wirtschaftlich interessant ist, daran teil zu haben. Erst einmal möchte er wissen, wer welche Bestände hat. Und eines Tages könnte es vielleicht Privatleuten verboten werden, Gold und Silber zu besitzen. Das hat es alles schon einmal gegeben, z.B. auch in den USA. Wer sein Edelmetall dann nicht abliefert, macht sich strafbar.

Der Staat ist überall dabei, wo seine Bürger nennenswerte finanzielle Mittel in Sicherheiten anlegen und sie damit dem Wirtschaftskreislauf entziehen. Schon mehrfach hat es z.B. in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Sonderabgaben auf sicheres Immobilieneigentum gegeben. Wann werden die letzten Bond-Halter mit einer Sondersteuer belegt, die sich durch die Politik der Notenbanken noch nicht aus ihren sicheren Anlagen haben herausdrängen lassen?

Nachtrag: 1933 wurde durch den damaligen US-Präsidenten Roosevelt der Goldbesitz für Amerikaner verboten. Das Verbot wurde erst 1974 wieder aufgehoben.

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