Gold – kurzfristige Entscheidung

Wie geht es mit Gold weiter? Hierzu Ausführungen von Colin Twiggs, Incrediblecharts:

Gold steigt seit mehr als zehn Jahren in einem Super-Trend. Der primäre Trend hat sich mit der Entwicklung der Schuldenkrise in der Eurozone beschleunigt. Die europäischen Banken sind jetzt in einer prekären Situation.

Twiggs schreibt weiter, die Pleite einer Volkswirtschaft in der Eurozone könnte eine Vertrauenskrise auslösen. Die Situation sei vergleichbar mit der 2007er Sub-Prime-Krise, die eine starke Nachfrage nach Gold ausgelöst hat.

Im März 2008 hatte die Rettung von Bear Stearns den „Märkten“ Sicherheit gegeben, der Goldpreis ging in der Folge von der Spitze bei 1000 Dollar aus deutlich zurück.

Die Lehman-Pleite Mitte September 2008 hingegen löste bei Gold einen Preissprung von 20% innerhalb weniger Tage aus, als das Vertrauen in die Fähigkeit der Fed, die Krise zu meistern, erschüttert wurde. Dann gab es (wegen der Flucht der Banken in Cash) einen Rücksetzer bis 700 Dollar im November, gefolgt von einem Anstieg um 170% bis zum jüngsten Hoch bei 1920 Dollar.

Die Frage ist jetzt: Stehen wir vor einer Reaktion wie bei „Bear Stearns“ oder vor einer wie bei „Lehman“? Die europäische Uneinigkeit spräche eher für eine Vertrauenskrise und damit eine „Lehman“-Reaktion, schreibt Twiggs.

Der Tageschart zeigt ein Aufwärtsdreieck, ein Ausbruch über 1900 signalisiert einen Schub bis 2100.

Bricht der Preis allerdings unter etwa 1800, so Twiggs abschließend, wird das Szenario des Aufwärtsdreiecks verletzt. Ein Reversal bis unter 1750 vollendet ein Doppel-Topp mit Ziel 1500.

In diesem Zusammenhang dürfte ein „Event“ besondere Bedeutung haben, die gemeinsame Sitzung der Eurozonen-Finanzminister mit US-Kollege Geithner. Diese ist zunächst gedacht als Zeichen des „Zusammenstehens“. Inwieweit hier auch die Pleite Griechenlands beschlossen wird, muss sich noch zeigen.

Da die SNB (Schweizer Nationalbank) beschlossen hat, den Franken bei 1,20 gegen Euro festzunageln, dürfte ein weiterer sicherheitsmotivierter Zufluss von Euro nach Franken Nachfrage nach deutschen (und französischen) Staatsanleihen auslösen, mit der die SNB den Euro stützt. Das würde die BUND-Zinsen drücken, die damit zu einem wichtigen Indikator solcher Flüsse werden, nachdem der CHF diese Funktion nicht mehr ausüben kann.

Anmerkung: Die europäischen Banken sind besonders schwach kapitalisiert, bzw. hoch gehebelt – da wirkt jede neue Belastung besonders schwer. Siehe den ETF „EStoxx50_Banks“, der nun am Tief aus März 2009 notiert.



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