Nach den Arbeitsmarktdaten – die Fed mit „Operation Twist“?

Die schwachen Arbeitsmarktdaten in den USA vom vergangenen Freitag heizen die Sorgen hinsichtlich einer Rezession in den USA an. Harvard-Professor Martin Feldstein meint, die USA dürfte sich schon in einer solchen befinden. Er ist Mitglied in der Kommission, die Rezessionen offiziell datiert.

Am Freitag war gemeldet worden, dass die Zahl der Arbeitsplätze im August unverändert blieb. Es gab eine kräftige Abwärtsrevision für Juli. Im privaten Sektor entstanden lediglich 17.000 Stellen neu.

Dem Arbeitsmarkt stehen monatlich rund 150.000 Menschen mehr zur Verfügung. In den vergangenen sieben Jahren wuchs die „Labor Force“ um 6,03 Millionen, demgegenüber sind im selben Zeitraum gerade einmal 54.000 Stellen neu entstanden (Quelle). Die Unterbeschäftigung liegt bei 16,2 %. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 9,1%. Shadowstats taxiert sie bei klar jenseits der 20 %.

Mancher Beobachter vermutet, dass die Fed auf ihrer nächsten FOMC-Sitzung kein QE3 dergestalt wie zuvor QE1 und QE2 beschließen wird. Statt dessen wird sie wahrscheinlich einen Swap beschließen, bei dem kfr Anleihen ver- und lfr gekauft werden. Das sollte zu einer flacheren Zinsstruktur-Kurve führen. Goldman(n) Jan Hatzius ist einer von denen, die QE3 in Form einer „Operation Twist“ möglicherweise schon Ende dieses Monats kommen sehen. Ein solcher Asset-Swap von kurzen gegen lange Laufzeiten war zuerst in 1961 versucht worden, um die lfr Zinsen herunter zu bringen (siehe hier).

Kritiker sagen, die Zinshöhe sei schon jetzt nicht mehr das Problem (bei einem frischen Allzeitief der 10jährigen Rendite in den USA). Immerhin lässt sich eine solche „Operation Twist“ politisch besser verkaufen angesichts steigender Kern-Inflation und angesichts der langen Fed-Bilanz, meinen andere.

Mit einer künstlich flach gehaltenen Zinsstrukturkurve werden die Profite der Banken bei Standard-Kredit-Geschäften beschnitten. Für Sparer gilt ebenfalls, dass ihre Zinserträge sinken.

Allmählich fragen sich die Akteure, welche Möglichkeiten die Fed eigentlich noch hat, die Wirtschaft zu stützen. Die „Operation Twist“ jedenfalls wird in diesem Sinne als wenig konstruktiv gesehen – genau wie QE1 und QE2 auch.

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