Stagflation?

Die aktuellen Inflationsdaten für Mai zeigen ein weiterhin „ungesundes“ Gesamtbild (siehe Chart!).

Der PPI (Jahresrate 6,3 %) steigt schneller als der CPI (Jahresrate 3,1 %). Es sieht gegenwärtig eher so aus, als entwickelte deren Verhältnis weiter in Richtung „ungesund“. Immerhin ist das Verhältnis der produzentenseitigen Preisindices von Rohmaterial und Fertigwaren nicht weiter gestiegen, es bleibt unter der Schwelle von 1,3, die in den vergangenen 40 Jahren eine wichtige Signalfunktion hatte (siehe Chart!).

Gleichzeitig bestätigen auch die jüngsten Makrodaten, dass die Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft weiter erlahmt. Neueste Stimmungsindikatoren der Industrie zeigen sogar Werte unter Null, was mittelfristig vor Kontraktion warnt (ISM-Index unter 50%).

Die US-Einzelhandelsdaten sinken im Mai nach zehn Monaten Zuwachs in Folge (siehe Chart!). Das ist ein ernstes Warnzeichen, die US-Wirtschaft ist zu mehr als zwei Drittel vom privaten Konsum abhängig.

Der Index der US-Industrieproduktion steigt im Mai nur noch leicht und weniger als erwartet (siehe Chart!).

Immerhin: Die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sind etwas stärker als erwartet gesunken, sie nähern sich jetzt wieder der Schwelle bei 400.000 (siehe Chart!).

Auch die „Housing Starts“ haben sich im Mai besser entwickelt als erwartet, aber abgesehen davon zeigt sich ihr übergeordnetes Bild weiter sehr gedrückt (siehe Chart!).

Gegenwärtig wird die Befürchtung gespielt, dass die US-Wirtschaft in eine Phase nachlassenden Wachstums bei steigenden Preisen (und zunehmend „ungesunderem“ Preisgefüge) abgleitet. Das ist nach der aktuellen Datenlage zwar ein mögliches Szenario, aber es dürfte noch zu früh sein, sich darauf festzulegen.

Siehe auch: Abschied von Wachstumsillusionen

Siehe zum selben Thema auch: Nicht double dip, sondern Stagflation

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